Netzwerk für mehr Ausbildung im Handwerk

Auftakt der Kampagne „Hände hoch fürs Handwerk“ im TGBBZ St. Wendel

ST. WENDEL „Das Handwerk hat goldenen Boden“ – diese alte Weisheit gilt heute mehr denn je. Die Auftragsbücher der Betriebe sind prall gefüllt, denn private Haushalte, Handel, Industrie und öffentliche Haushalte bauen täglich auf das Know-how und die Qualität des Handwerks. Trotzdem leidet das Handwerk unter Fachkräftemangel und ist besonders darauf angewiesen, junge Leute für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern.

Partner aus allen Bereichen

Mit der gemeinsamen Kampagne „Hände hoch fürs Handwerk“ wollen Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) und Ausbildungs- und Fortbildungsförderverein e.V. St. Wendel gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendeler Land auf die besondere Bedeutung des Handwerks hinweisen. Dabei setzt man auf ein Netzwerk mit Partnern aus unterschiedlichen Bereichen.

Zu wenig Auszubildende

Bei der voll besetzten Auftaktveranstaltung im Technisch Gewerblichen Berufsbildungszentrum St. Wendel (TGBBZ) warb Landrat Udo Recktenwald für das Handwerk: „Wir haben nicht mehr genug Handwerker. Deshalb ist eine gute Ausbildung gerade im Handwerk eine prima Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben.“ HWK-Präsident Bernd Wegner unterstrich dies: „Das Handwerk verändert sich derzeit stark, wird immer stärker von Digitalisierung geprägt und bietet Verdienst- und Aufstiegschancen. In den über 12000 saarländischen Handwerksbetrieben haben wir derzeit rund 5000 Auszubildende – leider immer noch viel zu wenig.“

Vorurteile abbauen

Ein gutes Miteinander von Schulen, Lehrern und Handwerksbetrieben ist für den Erfolg von „Hände hoch fürs Handwerk“ unabdingbar. So kann man junge Leute und deren Eltern am besten erreichen und alte Vorurteile über das Handwerk abbauen. Die gibt es beim gastgebenden TGBBZ sicher nicht. „In unserer Schule hat das Handwerk einen hohen Stellenwert. Wir wollen hier Kompetenzen entwickeln, praktische mit sozialen Komponenten verbinden“, betonte Schulleiter Hubert Maschlanka in seiner Begrüßung.

Zwei Projektsäulen

Hans-Josef Scholl, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, führte souverän durch das Programm. Gemeinsam mit Hans-Ulrich Thalhofer vom Saar-Lor-Lux Umweltzentrum stellte er die beiden Projektsäulen der Kampagne, „Handwerk und Schule“ sowie „Handwerk und Energieeffizienz“, vor. Scholl: „Die Kampagne ist auf 18 Monate angelegt. Wir legen aber großen Wert auf Nachhaltigkeit über diese Zeit hinaus. Die Netzpartner konzipieren Maßnahmen für einen schülergerechten Zugang zum Handwerk. Lehrer und Handwerker tauschen sich aus und realisieren mit den Schülern zusammen Projekte im Rahmen von moderierten Workshops.“

Beispielprojekt „Cajon for all“

Wie ein erfolgreiches und nachhaltiges Projekt aussehen kann, zeigt die Zusammenarbeit der Gemeinschaftsschule Marpingen mit der Firma „KPT.Holz.Design“. Seit drei Jahren gibt es das Projekt „Cajons for all“. Youlanda Schneider, Maximilian Petrick und Hanna Alles aus der Klasse 9 stellten die Schülerfirma CFA vor: Man entwickelt und baut in der Schul-Werkstatt Cajons (Schlagtrommel), die man dann etwa an Kindergärten oder Schulen verkauft.

Teamarbeit gefragt

Neben der Werkstatt gehören unter anderem die Bereiche Geschäftsführung, Sekretariat, Werbung, Buchhaltung und Logistik zur Schülerfirma. Musiklehrer Thomas Eckert leitet das Projekt und ist sehr zufrieden: „19 junge Leute sind in unserer Schülerfirma in den einzelnen Abteilungen aktiv. Alle mussten sich erst auf ihrem Gebiet „schlau“ machen. Teamarbeit steht bei uns klar im Vordergrund.“red./vw

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