Netzhauterkrankungen nehmen zu

Symposium der Klinik für Augenheilkunde des UKS informierte über Therapieverfahren

HOMBURG Netzhauterkrankungen nehmen in Deutschland rasant zu. Diabetische Netzhautschäden, Augenthrombosen sowie Netzhautablösungen sind aber mittlerweile durch Schlüssellochtherapie meist therapierbar.

Moderne Möglichkeiten aufgezeigt

Um ihre aktuellen Erfahrungen auf diesem Gebiet weiterzugeben, organisierten Professor Dr. Berthold Seitz und PD Dr. Arne Viestenz aus der Klinik für Augenheilkunde in Homburg ein Netzhautsymposium mit 250 Teilnehmern. Unter anderem wurden modernste Möglichkeiten der Hightech-Chirurgie in sogenannten Vitrektomie-WetLabs demonstriert.

Die Homburger Spezialisten bildeten gemeinsam mit renommierten Ophthalmochirurgen in zwei Operationslaboren 20 junge Augenärzte in der Vitrektomietechnik – einer hochspezialisierten Netzhautoperation aus.

Das Netzhaut-Symposium beleuchtete die aktuelle Therapie der altersbedingten Makuladegeneration, die Tumortherapie im Auge, die medikamentöse Optimierung der Netzhautchirurgie und Lasertherapien der Netzhaut. Weitere Themen waren die Vor- und Nachteile minimal-invasiver Operationen und seltene Krankheiten wie Albinismus – eine seltene Pigmentstörung mit Augenbeteiligung.

Forscher der Neurobiologie zeigten, dass es im Gehirn nicht nur eine Netzhautkarte, sondern einen ganzen Netzhautatlas gibt, so dass ganz viele Zentren im Gehirn das Bild gleichzeitig verarbeiten. Diese Forschungen finden Eingang in die neueste Entwicklung von Sehprothesen. Beeindruckend zeigten die Experten in Homburg, dass heutzutage nur noch selten ein Mensch erblinden muss. Der medizinische Fortschritt erfordert jedoch eine kostenaufwändige Betreuung und Hightech-Chirurgie mit Diagnostik in Spezialzentren.

Wissen auch international teilen

Forschung und Lehre zählen neben der Patientenversorgung zu den Hauptaufgaben von Universitäten. Dadurch können für die Patienten innovative Verfahren in Diagnostik und Therapie etabliert werden und die Experten der Universitätskliniken teilen dieses Wissen kontinuierlich auf nationaler und internationaler Ebene.

Mit über 250 Besuchern war die Herbstakademie wieder einmal ein Schmelztiegel des wissenschaftlichen Disputs in der Universitätsstadt Homburg, wie Oberbürgermeister Karlheinz Schöner und der saarländische Gesundheitsminister Andreas Storm betonten.

Die Homburger Ärzte planen bereits die nächste Herbstakademie über Spezial-Operationen von der Hornhaut bis zur Netzhaut. Deshalb lautet das Motto „Von Pol zu Pol“. red./ea

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