„Nein zur Gewalt!“

Jugendliche üben den Umgang mit Aggressivität und Gewalt

ST. ARNUAL Im selbstverwalteten „Daarler Juz“ (St. Arnual) haben sich innerhalb der letzten vier Wochen zahlreiche Jugendliche im Alter zwischen 13 und 20 Jahren aktiv mit dem Umgang mit Aggressivität und Gewalt beschäftigt.

In der dazu vom „Jugendbüro Regionalverband“ (juz-united) mit Hilfe der Jugendhilfeeinrichtung „Zenkido“ organisierten Workshopreihe „Nein zur Gewalt!“ wurden ihnen in vier aufeinander aufbauenden Einheiten die wichtigsten Mechanismen anschaulich und praxisnah vermittelt.

Ziel war es den Ehrenamtlichen vom „Daarler Juz“, Handlungsmöglichkeiten in Krisensituationen an die Hand zu geben und unter allen Jugendlichen die Zivilcourage und die Positionierung gegen alle Formen der Gewalt zu fördern.

Von der Entwicklung eines „Gefahrenradars“, den unterschiedlichen Formen der Gewalt, Eskalationsstufen, Wahrnehmungs- und Kommunikationsübungen bis hin zu zahlreichen praktischen Übungen im Bereich des Selbstschutzes und der Selbstverteidigung, konnten die Jugendlichen in geschützter und vertrauter Umgebung an dieses sensible Thema herangeführt werden und selbst herantreten. Manchmal auch im wahrsten Sinne des Wortes: Tritte, Schläge, Hebelgriffe, Befreiungstechniken aber auch Teamwork, Strategie und gemeinsames koordiniertes Überwältigen eines Aggressors konnten in Übungen und Rollenspielen den Teilnehmenden verdeutlichen, dass man Gewalt nicht hilflos ausgeliefert sein muss.

Eigen- und Fremdschutz gewährleisten

Im Rahmen eines individuell auf die Einrichtung zugeschnittenen Schutzkonzeptes unter Berücksichtigung, räumlicher, materieller und personeller Ressourcen wurde zusammen mit den Jugendlichen ein Verhaltensprotokoll in Krisensituationen erarbeitet, welches den Eigen- und Fremdschutz zu jeder Zeit auch unter Stress bestmöglich gewährleisten soll.

Ein festgelegtes Krisenteam koordiniert zukünftig die Verfahrensschritte bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung. Diese reichen vom Auslösen eines Alarms über das Aufsuchen eines Schutzraumes bis zum Absetzen eines Notrufes und der Koordinierung der Selbstverteidigungsmöglichkeiten als Gruppe.

Die Seminarreihe wurde geleitet von Pascal Anna, Systemischer Deeskalationscoach, Jugend- und Heimerzieher sowie Geschäftsführer der Jugendhilfeeinrichtung „Zenkido® - Pädagogisches Kampfkunstangebot“. Anna, der bereits seit mehreren Jahren im Regionalverband Saarbrücken im Bereich der ambulanten Hilfen zur Erziehung mit seinem Kampfkunstangebot tätig ist, hat bereits an zahlreichen Schulen des Saarlandes Workshops zu den Themen Kampfkunst, Selbstverteidigung, Deeskalation, und Gewaltprävention geleitet.red./eck

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