Natur, Kultur und Historie

Premiumspazierweg Zweibrücker Fasanenjagd eingeweiht – Auch virtuell erfahrbar

ZWEIBRÜCKEN In Zweibrücken wurde der erste Premium-Spazierweg in der Südwestpfalz ausgewiesen. Die Beteiligten vom städtischen Kulturamt bis zum Schilder-Designer Lothar Siegl eröffneten den Weg an der Fasanerie. Jochen Becker vom Deutschen Wanderinstitut überreichte die entsprechende Urkunde an den designierten Oberbürgermeister, Marold Wosnitza, als künftigen Kulturdezernenten.

„Die Wege werden sehr gut angenommen, das Wandern boomt“, weiß Jochen Becker, der in diesem Jahr neben zahlreichen Premium-Wanderwegen auch 28 kürzere Premium-Spazierwege ausgezeichnet hat. Er lobte die Vielfalt des rund drei Kilometer langen, abwechslungsreichen Wegs, der innerhalb der alten Fasaneriemauer entlangführt. Der alte Baumbestand, der Wildrosengarten, die geheimnisvolle, mittelalterliche Ehrwog-Ruine, der Bachlauf, der frei gelegte Trompetenhügel mit dem weiten Blick über die Fasanerie und nicht zuletzt das barocke Gartendenkmal selbst vereinen Natur, Kultur und Historie auf engem Raum.

Mit dem Landschloss Fasanerie, dem Alten Bahnhof und der nahe gelegenen Hahnberghütte bieten sich gleich drei Rastmöglichkeiten. Zwar nicht für Kinderwagen, doch für lauffreudige Kinder ist der spannende Weg geeignet und kann auch von den ausgebildeten Erlebnis-Wanderführerinnen bestens bespielt werden. Trotz des stürmischen und regnerischen Wetters weihte eine kleine Gruppe, darunter auch etliche Wegepaten, die sich um den Erhalt der 200 Kilometer ausgewiesene Spazier- und Wanderwege rund um Zweibrücken kümmern, die Route „Fasanenjagd“ ein.

Die „Fasanenjagd“ beginnt am oberen Parkplatz in der Tschifflicker Dell. Von dort aus führt sie über die Terrasse über den barocken Spiegelweihern mit Blick auf den frei gelegten Trompetenhügel in den Wildrosengarten. Dieser wird durchquert. Unterhalb des Bienenhauses vom Imkerverein geht es an die ehemaligen Fasanerie-Mauer. Diese sollte zu Herzogs Zeiten verhindern, dass die Fasanen, denen die Flügel gestutzt wurden, um dem Jagdglück der exklusiven Gesellschaft nachzuhelfen und den Erfolg zu garantieren, entweichen konnten. Entlang der Steinmauer, vorbei an dem alten Grenzstein, führt der Weg talabwärts.

Geheimnisvoll ist die mittelalterliche Ruine oberhalb der Kreuzung nach Niederauerbach, Contwig und stadteinwärts, über die noch immer sehr wenig bekannt ist. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite folgt der Weg jenseits des unteren Parkplatzes dem Bachlauf und schraubt sich dann in die Höhe. Der Aussichtspunkt oben auf dem Trompetenhügel gibt den herrlichen Blick über das gesamte barocke Gartendenkmal Fasanerie frei.

Auf verwunschenen Pfaden schlängelt sich die Zweibrücker Fasanenjagd abwärts. Neben der Fasanerie-Ruine führen Treppen aufwärts, entlang der Spiegelweiher zurück zum Ausgangspunkt. Der Weg ist ausgezeichnet mit einem schwarzen Fasan. Um den Weg auch für Jugendliche reizvoll zu gestalten, ist über die Homepage der Stadt eine virtuelle Fasanenenjagd per Smartphone oder GPS eingerichtet: www.zweibruecken.de.

Auf einen Blick:

Zweibrücker Fasanenjagd: Weglänge drei Kilometer, Laufzeit ca. 1 Stunde, Höhenmeter Aufstieg 65 und Abstieg 58. Für Kinderwagen ungeeignet. Kinderspielplatz, Kneippbecken, Gastronomie am Weg oder in nächster Nähe. Moderne Medien: Entlang des Weges befindet sich eine virtuelle Fasanenjagd, ein sogenannter WherIgo-Cache. Diese moderne Jagd lässt sich mit einem GPS-Gerät oder einem Smartphone durchführen. cvw

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