Natur erleben mit allen Sinnen

Naturpark Saar-Hunsrück informiert über besondere Erlebnis-Tipps

WEISKIRCHEN Aufgrund der aktuellen Situation können wir die beliebten Exkursionen/geführten Wanderungen leider nicht anbieten. Stattessen wollen wird der Naturpark Saar-Hunsrück über besondere Erlebnis-Tipps informieren. Diese Woche stellt der Naturpark die Wildpflanze Narzisse vor.

„Wilde Narzisse“ ist sehr selten und gefährdet

Die „Wilde Narzisse“ (Narcissus pseudonarcissus) ist sehr selten und gefährdet. Die geschützte Pflanze kommt nur noch im Hunsrück, in der Eifel und in den Vogesen vor. Sie gedeiht nur dort, wo kaum oder gar nicht gedüngt wird. Die extensive Bewirtschaftung des Grünlandes begünstigt ihr Vorkommen im Naturpark, wie zum Beispiel bei Mandern, Hentern, Zerf, Hermeskeil und Malborn-Thiergarten. Der Wanderweg „RuT2“ zwischen Ruwer und Burkelsbach stellt eine Möglichkeit dar, diese wilden Naturschönheiten zu erkunden. Weitere Infos über den Rundwanderweg „RuT2“ gibt es online unter www.naturpark.org/aktuelles/downloads.

Zur weiteren botanischen Verwandtschaft zur Familie der Narzissengewächse Amaryllidaceae gehören unter anderem die Frühblüher Schneeglöckchen und Märzenbecher. Auch die zahlreichen Lauchgewächse, darunter unsere Küchengemüse Knoblauch, Schnittlauch, Porree und Zwiebeln, zählen zu den Narzissengewächsen. Sie alle sind Staudengewächse mit Zwiebeln oder Knollen. Dank dieser Speicherorgane können sie sich sehr gut an ungünstige Klimabedingungen anpassen, sowohl an die trockenen Sommer im Mittelmeerraum, als auch an die kalten Winter in Mitteleuropa.

Infos gibt es online zum Beispiel unter www.vielfalt-der-natur.de/fruehlingswanderung-zu-den-gelben-narzissen-im-nationalpark-eifel.

Boden und Standort

Die „Wilde Narzisse“, hochgradig giftig, wächst auf feuchten und etwas sauren Böden. Sie bevorzugt viel Niederschlag und eine Höhenlage zwischen 600 und 1000 Metern. Selbst Schnee und Hagelschauer machen der Wilden Narzisse nichts aus: Das Spektrum reicht von gemähten und brachliegenden Grünlandtypen von submontanen, etwas nährstoffreicheren Goldhafer-Wiesen über Borstgrasrasen bis zu Nasswiesen. Auch lichte Wälder und etwas nährstoffreichere bachbegleitende Standorte sind geeignet für die Narzisse.

Der Naturpark Saar-Hunsrück gehört zu den beiden einzigen Naturlandschaften Deutschlands, in denen die Gelbe Wildnarzisse in Wiesentälern und Niederwäldern heute noch vorkommt.

Im Frühling verwandeln die Gelben Wildnarzissen einige Bachtäler und Niederwälder des Naturparks in prachtvolle Blütenmeere. Der traditionellen Mähwirtschaft und Niederwaldbewirtschaftung verdanken wir dieses gelbe Naturschauspiel im Frühjahr. Nachdem die Mahdwirtschaft Mitte des 20. Jahrhunderts zum Teil unrentabel geworden war, wurden die Feuchtwiesen entweder mit Fichten aufgeforstet oder auch intensiv als Grünland genutzt. Die Düngung der Wiesen und Entstehung der dunklen Fichtenforste hat den Lebensraum der Wildnarzisse stark begrenzt oder zerstört. Durch Renaturierungsmaßnahmen auf den Flächen und der Wiedereinführung der Wiesenmahd konnten einige Standorte der Wildnarzisse erhalten werden.

Ist im Blumen- und Gartenhandel erhältlich

Wer das gelbe Naturschauspiel in seine Wiese holen möchte, kann dies mit der Pflanzung der Narzisse „Tête à Tête“, Kopf an Kopf der Sonne entgegen, gewährleisten. Sie ist im Blumen- und Gartenhandel erhältlich.

Die kleine, aber auffallende, mehrblütige Narzisse gehört zu den beliebtesten Zwiebelblumen, die auch gut für die Kultivierung in Schalen und Kästen geeignet ist.

Das Naturpark-Team ist weiterhin telefonisch und digital erreichbar.

Weitere Informationen gibt bei der Naturpark-Geschäftsstelle Hermeskeil, Tel. (06503) 9214-0 und E-Mail an info@naturpark.org.red./ti

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