Nach 15 Jahren ist Schluss

Reiner Pirrung wird zum 1. Oktober als Bürgermeister in den Ruhestand treten

SPIESEN-ELVERSBERG Es war schon eine kleine Sensation, als Reiner Pirrung 2004 zum Bürgermeister gewählt wurde. Bei der ersten Urwahl in der Gemeinde Spiesen-Elversberg trat er als Ortsfremder gegen den amtierenden Bürgermeister an und wurde dennoch gewählt. Seitdem fährt er täglich aus Ormesheim zu seinem Arbeitsplatz und ist zum Gesicht der Gemeinde geworden.

Seit dem 1. Juli 2004 ist Reiner Pirrung Bürgermeister und beileibe kein Unbekannter mehr. „Ich habe viele neue Freunde gewonnen in all den Jahren“, blickt Pirrung nicht nur auf seine Amtszeit als Bürgermeister zurück, sondern auch auf seine privaten Erfahrungen in der Gemeinde. „Und ich habe immer gute Gemeinderäte gehabt, mir denen man das Machbare umsetzen konnte.“

In vielen Bereichen wurde die Gemeinde weiter entwickelt, wobei es meist private Investoren waren, die die Projekte finanzierten. Ob das der Drittliga reife Umbau des Stadions war oder das CFK – das Gesicht der Gemeinde hat sich verändert. Aber auch aus der Verwaltung wurden viele Projekte angestoßen und umgesetzt.

„Wir haben den Butterberg gerettet“, blickt der Bürgermeister auf eine der ersten Aufgaben zurück. Weiter wurde auf dem Bethelberg die Kita gebaut, die Grundschule in Elversberg saniert und auch die Planungen für die Mittelbergschule laufen. Beide Feuerwehrgerätehäuser wurden saniert und einige Feuerwehrautos angeschafft.

„Was mich ein wenig traurig macht, ist die Tatsache, dass wir es nicht geschafft haben, für Spiesen einen Festsaal zu schaffen. Das bleibt für mich leider eine Unvollendete.“

Dennoch hat Pirrung der Gemeinde kulturell ein eigenes Gesicht gegeben, nicht zuletzt durch seinen eigenen Einsatz. So war die Veranstaltung Caffè Cult ein Highlight des Jahres. Pirrung hat hier immer selbst moderiert und im vergangenen Jahr sogar aktiv mitgemacht. Er hat die Hall of Fame initiiert, in der sich berühmte Persönlichkeiten aus der Gemeinde verewigt haben. Schorsch Seitz und Gerhard Bungert haben den Anfang gemacht. Nun stehen noch Anne Karin, Frank Farian und Alexander Beyrodt auf der Liste. „Außerdem waren wir mehrmals Austragungsort der Musikfestspiele Saar“, erinnert er sich stolz.

Auch wenn Reiner Pirrung zum 1. Oktober das Zepter an seinen Nachfolger übergeben wird, steht noch einige Arbeit auf dem Programm. „Ganz wichtig ist die Planung der Kita in Spiesen, die siebengruppig werden soll“, erklärt der Bürgermeister. „Es fehlen viele Plätze und die Einrichtung wird dringend benötigt.“ Den Baubeginn, vermutlich 2020, wird er allerdings nicht mehr als Amtsinhaber erleben.

Weiter soll der Neubau einer Schulturnhalle an der Pestalozzischule in Elversberg vorangebracht werden. Der Abriss des alten VHS Gebäudes steht dabei vor der Tür. Und auch mit der Renovierung der Glückauf-Halle muss weiter gemacht werden.

Als besonderen Erfolg in der jüngeren Vergangenheit verbucht Reiner Pirrung die Fertigstellung des Neubaugebietes Am Truckenbrunnen. „70 Baustellen sind entstanden und es wird fleißig gebaut.“ Die Gemeinde brauche neue Bürger und deshalb seien die etwa 10 Millionen Euro, die in den letzten Jahren hier investiert worden seien, gut angelegtes Geld mit Blick in die Zukunft.eck

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