„Mörderisches aus dem Saarland“

Der schräge Saarlandführer von Marion Demme Zech

Rehlingen-Siersburg. Dass das Saarland kriminell schön ist, zeigte Marion Demme-Zech schon bei ihrem ersten Saarlandkrimi „Letzter Ausstieg Saar“ (Gmeiner Verlag) auf. Nun ist mit „Mörderisches aus dem Saarland“ der zweite Teil der Krimireihe erschienen. Diesmal allerdings handelt es sich nicht um einen Roman – zumindest nicht auf den ersten Blick –, sondern um zwölf Kurzgeschichten, die zu besonders sehenswerten Orten im Saarland führen.

Cosy Crime mitten aus dem Saarland

Bitterbös-amüsant, das ist der Stil, den es auch schon in „Letzter Ausstieg Saar“ zu lesen gab und auch diesmal trifft es nur die, die es wirklich verdient haben. Die Geschichten führen in den Garten der Sinne nach Merzig, tief hinein in die Homburger Schlossberghöhlen und auch in den Saarbrücker Nachtzoo. Sogar die Sommerrodelbahn am Petersberg, Schloss Berg und das Saarlandmuseum werden zum Schauplatz krimineller Machenschaften. Dass hier jeder jeden kennt und allerorts bereits bekannte Charaktere auftauchen, gehört im Saarland quasi zur Kür und macht den besonderen Charme des Buches aus.

„Wenn es etwas Gemeinsames in den bunt gemischten Geschichten gibt, dann womöglich den Saarländer an sich, der sich in den Geschichten als äußerst gutmütig, geduldig und harmonieliebend präsentiert“, berichtet die Autorin Marion Demme-Zech. „Zumindest solange man es nicht übertreibt, denn die kurzweiligen Episoden beweisen auch, dass man es sich mit einem Saarländer oder einer Saarländerin lieber nicht verscherzen sollte.“

Was das betrifft, zeigen sich die Charaktere des Buches äußerst kreativ. So wie die schüchterne Regine, die im Internet als Coconut28 endlich lernt, ihrem selbstsüchtigen Ehemann die Stirn zu bieten, oder die Seniorin Anneliese Stutz, die am Ende einer Kaffeefahrt den Betrügern eher ungeplant mit Selbstgebrautem das Handwerk legt. Die wohl beliebteste Figur aus „Letzter Ausstieg Saar“ ist auch wieder mit dabei und so steckt Dackel Günther gleich in mehreren Geschichten seine freche Schnüffelnase in Dinge, die ihn nichts angehen.

Das Ziel:

Eine realistische Atmosphäre

Diesmal hat es sich die Autorin zur Aufgabe gemacht, das Saarland in Form von besonderen Ereignissen, Orten und Personen derart in die Geschichten einzuweben, dass es für ortkundige Leser zahlreiche Aha-Erlebnisse gibt. Andere lockt es vielleicht nach der Lektüre sogar ins Saarland, um den ein oder anderen Schauplatz kennenzulernen. So beispielsweise im Fall der Geschichte um die FaRK. Hier gibt es einige echte Darsteller wie den Festivalleiter Benjamin Kiehn, dem man die gesammelten Spendengelder, die für den guten Zweck bestimmt waren, entwendet, oder Chewbacca von Imperial Order Saar, der Star Wars Gemeinschaft aus dem Saarland.

„Damit wirken die Episoden sehr real. Obwohl man sich das vielleicht ab dem Moment, in dem ein mit einem Kopf gefüllter, weißer Sturmtruppenhelm auftaucht, gar nicht mehr so wünschen würde«, sagt die Autorin mit einem Augenzwinkern.» Aber auch hier geht die Geschichte gut aus und die FaRK bleibt uns natürlich er­halten.“ Auch was das Schreiben über das Saarland betrifft, ist Marion Demme-Zech noch lange nicht am Ende. Gerade arbeitet sie am dritten Teil ihrer Saarland-Krimireihe für den Gmeiner Verlag.

Vorher allerdings wird es rätselhaft, denn im September erscheint ihr „Saarland Heimat-Quiz“ beim Grupello Verlag. Ein Spiel, das eine ganze Reihe von faszinierenden Dingen und Besonderheiten aufzeigt, die man nur im schönen Saarland finden kann. red./jb

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