Mitbestimmungspreis verliehen

1. Mitbestimmungsmesse von Arbeitskammer des Saarlandes und DGB

SAARBRÜCKEN Mit der 1. Mitbestimmungsmesse haben die Arbeitskammer des Saarlandes und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit seinen acht Einzelgewerkschaften gezeigt, wie vielfältig, kreativ und kraftvoll sich die Betriebsräte, Personalräte und Mitarbeitervertretungen für ihre Kollegen einsetzen.

„Sie beweisen durch ihren täglichen Einsatz, dass Mitbestimmung wirkt. Sie zeigen, dass Demokratie nicht am Werkstor enden darf. Mitbestimmung ist an 365 Tagen im Jahr gelebte Demokratie“, betont Jörg Caspar, Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer. Und das ist gerade jetzt, wo sich das Saarland in einer entscheidenden Phase des Strukturwandels befindet, in der wichtige Weichen für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes gestellt werden, von herausragender Bedeutung.

Auch Eugen Roth, stellvertretender Vorsitzender DGB Rheinland-Pfalz/Saarland, betont: „Der Anspruch der Gewerkschaften ist es, die digitale Transformation der Wirtschaft erfolgreich mitzugestalten. Dafür müssen wir bestehende Instrumente der Mitbestimmung und Tarifbindung weiterentwickeln.“

34 Betriebsräte, Personalräte und Mitarbeitervertretungen aus dem ganzen Saarland haben in der Saarbrücker Congresshalle in auf beeindruckende Weise gezeigt, was sie für ihre Kollegen im Betrieb erstritten und erkämpft haben. Mit dem Mitbestimmungspreis wollen Arbeitskammer, DGB und die Gewerkschaften Mitbestimmung exemplarisch würdigen.

Die Preise

Der 1. Preis geht an den Personalrat der Universitätsklinikum Homburg (UKS). Hier heißt Mitbestimmung, Entlastung für das Pflegepersonal durchzusetzen. Die Vereinbarung hat bundesweiten Pilotcharakter im Kampf um mehr Pflegepersonal. Es wurde ein betriebliches Personalbedarfsermittlungsverfahrens eingeführt. Dem Personalrat fällt dabei eine entscheidende Rolle zu, etwa in der Besetzung der 145 neuen Stellen (davon 130 in der Pflege).

Der 2. Preis geht an den Betriebsrat der Helvetia Packaging AG, Lisdorfer Berg, Saarlouis. Der Betriebsrat kämpft um die Durchsetzung von Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechten. Diese werden ihm aktuell vom Arbeitgeber verwehrt. Die Arbeit soll durch persönliche Sanktionen behindert werden. So wurde dem Vorsitzenden seit über einem Jahr kein Gehalt mehr bezahlt. „Der Betriebsrat kämpft unbeirrt und mit Rückgrat um seine Rechte“, lobt Eugen Roth. „Diesen harten Kampf zu würdigen, war uns ein besonderes Anliegen.“

Der 3. Preis geht an den Betriebsrat von Bosch in Homburg. Mitbestimmung heißt hier, sichere Arbeitsplätze mit zukunftssicheren Produkten für die Belegschaft mitzugestalten. Der Betriebsrat stellt dar, wie er unter Nutzung seiner Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte dazu beigetragen hat und dazu beitragen wird, die Produktion der mobilen Brennstoffzelle nach Homburg zu holen.

„Gerade in Zeiten des schnellen Wandels sichert die betriebliche Mitbestimmung Beschäftigung und sorgt für gerechte Behandlung. Ohne dieses Engagement wäre die soziale Marktwirtschaft nicht zu denken. Der 1. Mitbestimmungspreis Saar zeichnet genau dieses Engagement aus“, sagt Anke Rehlinger bei der Preisverleihung.red./eck

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