Mit Harmonie und Können

Gute Leistungen beim Turnier des RSC Walshausen

WALSHAUSEN Wer bei dem Turnier des RSC Walshausen zuschaute, konnte feststellen, dass die Corona-Pause vielen Reiter-Pferde-Paaren zumindest nicht geschadet hat. Im Gegenteil, immer wieder war aus Gesprächen zu entnehmen: „Die Turnierpause hat mal richtig gut getan. Nicht jedes Wochenende auf Tour sein und auch einmal Zeit haben.“

Besonders im Gelände klaffte die Leistungsschere dann jedoch weit auseinander. Das Turnierrichter-Kollegium zeigte sich vielfach angetan von den gezeigten Ritten und griff gerne hoch in die Wertnoten. Immer wieder kommentierte Wilfried Schunck nach einem Stilgeländeritt auf A*-Niveau: „Das war eine sehr harmonische, flotte Runde. Eine energisch einwirkende Reiterin mit viel Übersicht.“ Dabei hatte Parcours-Chef Martin Blütgen den Geländereitern durchaus interessante Aufgaben mit einer abwechslungsreichen Vielzahl an festen Hindernissen wie Kisten, Tische, Bürsten, Baumstämmen oder Fässern bis hin zum überbauten Trakehnergraben in den Weg gelegt.

Herausforderungen für Pferd und Reiter

Besondere Herausforderungen waren die Wasserpassage, deren Einsprung über einen hellen Baumstamm doch einige Pferde zögern ließ oder der schmale, nur wenige Zentimeter breite Trapezsprung, an dem das eine oder andere Pferd zunächst vorbei lief. Zunehmen sicherer und selbstbewusster mit jedem Start wurde auch Spirit‘s Cobactan mit Sandra Pröckl vom RFV Pirmasens-Winzeln im Sattel. Nach zwei Platzierungen in Springprüfung gewann der sechsjährige Sohn von Landbeschäler Spirit of Colour mit der Wertnote 8,5 souverän die Geländepferdeprüfung und brachte seine glückliche Reiterin mit der Wertnote 8,6 auf den Silberrang im Stilgeländeritt. Sie strahlte: „Er ist zwar immer noch umweltorientiert, lässt sich aber viel schneller wieder auf seine Aufgabe konzentrieren.“

Nur knapp das Treppchen verpasst

Ebenso begeistert war Noelle Heil vom RFV Zweibrücken. Mit der Wertnote 8,4 erritt sie sich mit Birkenhof‘s Souverän ihre bisherige Bestnote und verpasste auf Rang vier knapp das Treppchen. „Er ist so toll gesprungen, wir haben einfach nur Spaß gehabt“, kommentierte sie ihren Ritt. Flott und souverän unterwegs waren auch Antonia Bley und ihr blütig geprägter Hannoveraner Wallach Hilton. Eine starke Windböhe, die das rot-weiße Absperrband zur Straße hin sich plötzlich aufbäumen und laut knattern ließ, irritierte das Pferd und führte zu einem „Vorbeiläufer“. Mit einer halben Wertnote Abzug wurde das Paar mit 7,9 (8,4) Siebte.

Glücklicher war Linn Sommer vom Verein für Vielseitigkeitsreiten Saarpfalz. Ihr 14-jähriger Zweibrücker Frechdachs trug die junge Reiterin mit der Wertnote 8,1 auf Rang fünf. Mit derselben Wertnote platzierte sich Svenja Voigt vom RFV Zweibrücken in der zweiten Abteilung auf Rang acht.

Der ganz große Coup

Der ganz große Coup in den Springprüfungen am Freitag und Samstag gelang Carla Roth. Die Merzalber Juniorin, die für den RSC Gestüt Etzenbacher Mühle sattelt, landete einen Hattrick und gewann mit drei Starts gleich dreimal Gold. Nach zehn Monaten Turnierpause und einem gerade auskurierten Handgelenkbruch unterbot sie mit ihrer Erfolgsstute Claire in beiden Springprüfungen der A-Klasse auf einem und zwei Sterne-Niveau die Silbergewinner jeweils um beachtliche vier Sekunden. Mit ihrem selbst ausgebildeten Nachwuchspferd, dem siebenjährigen Hannoveraner G-Star, erhielt sie in der Stilspringprüfung Klasse A die Traumwertnote von 9,0.

Auch die Gastgeber, Kerstin Müller-Schwender und Markus Schwender freuten sich über Platzierungen. Mehr jedoch strahlten sie über die Vielzahl an Zuschauern, die sich so über den Tag verteilte, dass die erlaubte Höchstzahl von 350 Besuchern gleichzeitig gut eingehalten werden konnte. Und über das große Lob von allen Seiten. Große Anerkennung für die „klasse Vielseitigkeitsstrecke“ zollte Andreas Schmitt. Der rheinland-pfälzische Vielseitigkeits-Landestrainer war erstmals seit deren Bau in Walshausen und sichtete eine Vielzahl Talentierter und Kader-Reiter im Hinblick auf die Goldene Schärpe, die nach der corona-bedingten Absage aller pferdesportlicher Meisterschaften auf Landesebene im Herbst doch noch ausgetragen werden soll.

Außerdem konnte Kerstin Müller ihren ehemaligen Turnierkollegen, den Europameisterschafts-Teilnehmer und Nationalkader-Reiter Jörg Kurbel so begeistern, dass er mit Nachwuchspferden und diversen Reitschülern aus Rüsselsheim anreiste. Tochter Emely siegte in der ersten Abteilung des Stil-Geländeritts.cvw

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