Mit entsprechender Hilfe geht es leichter

Diakonie Saar berät im Projekt „via“ Familien zur Verbesserung ihrer Situation

NEUNKIRCHEN Finanzielle Sorgen, Erwerbstätigkeit, die den Bedarf der Familie nicht deckt, fehlende Kinderbetreuung, Krisen oder Sucht können Familien schwächen.

Um Elternpaaren oder Alleinerziehenden im Landkreis Neunkirchen bei diesen Themen und insgesamt bei der Verbesserung ihrer Lebenssituation zu helfen, trägt die Diakonie Saar seit Frühling das Projekt „via – Unterstützung und Beratung für Familien und Alleinerziehende“.

Sechs Beraterinnen und Berater sind landkreisweit Ansprechpartner für die Familien, begleiten die Eltern auf ihrem Weg, machen dabei auch Hausbesuche. „Wir möchten, dass Kinder unter guten Bedingungen aufwachsen und sich die Bildungschancen verbessern. Das ist für uns der Antrieb, Familien, die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind, bei der Inanspruchnahme von Hilfeangeboten und Sozialleistungen zu helfen und sie zu unterstützen, ihren Alltag eigenverantwortlich zu bewältigen“, erklärt Andreas Jenal, Bereichsleiter bei der Diakonie Saar, die Zielrichtung des Projektes.

System „Familie“ im Blick

Bei der Beratung und Unterstützung haben die Mitarbeitenden immer das gesamte System „Familie“ im Blick. Und so ist der erste Schritt immer eine eingehende Betrachtung der familiären Gesamtsituation. Hier werden gemeinsam mit den Familienmitgliedern Wohn-, Beschäftigungs- und Einkommenssituation ins Auge genommen, Stärken und Schwächen der Familie analysiert und Perspektiven entwickelt.

„Ist der Standort bestimmt, erstellen wir gemeinsam eine Förderplanung“, erklärt Jenal. Darin enthalten sein können Familiencoaching, Jobcoaching oder die Beratung und Unterstützung zur Inanspruchnahme bedarfsgerechter Leistungen.

Damit den Familien effektiv geholfen werden kann, ist die Diakonie froh darüber, dass sie den Landkreis Neunkirchen als Kooperationspartner gewinnen konnte. Denn so können die „via“-Familien von der Vernetzung zu beispielsweise Jugendamt oder Schuldnerberatung profitieren.

Landkreis ist mit im Boot

„Das Konzept des Projektes war für uns schlüssig und sinnvoll und ist auch sozialpolitisch wichtig für unseren Landkreis “, betont Landrat Sören Meng. Daher beteilige sich der Landkreis gerne mit zehn Prozent an der Finanzierung und setze sich für die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Institutionen und Behörden ein.

Beim Jobchoaching für die Familien arbeitet die Diakonie Saar eng mit dem Jobcenter Neunkirchen zusammen. „In Familien ist die Suche nach der passenden Erwerbsarbeit oft wesentlich komplexer als bei Einzelpersonen“, erklärt Katja Sauerbrey, Geschäftsführerin des Jobcenters Neunkirchen. „Wir sind daher froh, dass das Projekt via hier ansetzt und auch die Rahmenbedingungen für eine passende Erwerbstätigkeit betrachtet.“

So hat die Diakonie ein Ziel des Projektes formuliert: Eltern aktivieren und motivieren, eine Erwerbstätigkeit zu finden und anzunehmen, mit der sie ihren monatlichen finanziellen Bedarf sichern können. Im besten Fall kann so auch eine generationenübergreifende Hilfebedürftigkeit beendet werden.

Kontakt und Sprechzeiten

Kontakt zu „via“ können Elternpaare und Alleinerziehende aufnehmen, wenn bei ihnen im Haushalt mindestens ein Kind unter 18 Jahren lebt und sie Anspruch auf Leistungen (nach dem SGB II oder XII) haben. Zudem können Familien, die Anspruch auf Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz haben, das Angebot für sich nutzen.

In der Stadt Neunkirchen ist die Anlaufstelle „via – Unterstützung und Beratung für Familien und Alleinerziehende“ im Haus der Diakonie, Bahnhofstraße 26, Öffnungszeiten montags bis freitags, 8 bis 15 Uhr.

Donnerstags und freitags werden auch Sprechzeiten im Familienbildungszentrum Illingen angeboten.

Ab Ende November kommen die Mitarbeitenden zudem nach Eppelborn ins Jugendbüro der Kommune (Rathaus, Hellbergstraße unterhalb oberer Eingang), ebenfalls donnerstags von 8 bis 12 Uhr.

Aktuell müssen aufgrund der Covid-19-Pandemie für alle Standorte Termine vereinbart werden, Tel. (06821)3629614, via@dwsaar.de.

Das Projekt via wird im Rahmen des Programms Akti(f) durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert. red./hr

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