Metaller gehen gemeinsam in Transformation

Lars Desgranges mit hervorragendem Ergebnis im Amt bestätigt

VÖLKLINGEN Stellvertretend für über 28 000 Mitglieder hat die IG Metall Völklingen in den vergangenen Monaten in 32 Wahlbereichen insgesamt 180 Delegierte gewählt. Diese traten am im Kongresszentrum der SHG-Kliniken Völklingen zu ihrer konstituierenden Delegiertenversammlung für die Legislatur 2020 bis 2023 zusammen.

Ergänzend zu einem schriftlich vorgelegten Geschäftsbericht ging Lars Desgranges, 1. Bevollmächtigter der Geschäftsstelle Völklingen, in seinem Bericht nochmals die schwierigen Themenstellungen innerhalb der Automobil- und Stahlindustrie ein. Zudem wurde über die anstehenden Tarifbewegungen in der Metall- und Elektroindustrie sowie den Textilen Diensten berichtet. Auch gab es umfassende Informationen über die Mitglieder- und Finanzlage der Geschäftsstelle. „Trotz der gewaltigen Umstrukturierungen im Stahlbereich und beim Fordwerk in Saarlouis sei die IG Metall stabil aufgestellt, dies sei von besonderer Bedeutung, damit man sich bei den anstehenden Auseinandersetzungen im Betrieb, im Tarif und innerhalb der Politik mit Durchsetzungsstärke erfolgreich einbringen könne.

Diese Ausführungen wurden durch Ralf Cavelius, 2. Bevollmächtigter um die Themenfelder: IG Metall Vertrauensleutearbeit, Angestelltenarbeit, gewerkschaftliche Bildungsarbeit und der aktuellen Kampagne „IG Metall vom Betrieb aus denken“ ergänzt. Er betonte dabei, die hervorragend ausgeprägte Struktur und das hohe Engagement der ehrenamtlichen Funktionäre. „Mit unseren ca. 2 000 Vertrauensfrauen und -männern haben wir sowohl regional, als auch weit darüber hinaus ein Alleinstellungsmerkmal als IG Metall und sind einzigartig in dieser Dimension“ so Ralf Cavelius wörtlich.

Die beständigen und aktuell wieder sehr hohen Herausforderungen der Stahlindustrie bilden einen der Arbeitsschwerpunkte der IG Metall Völklingen. Ein angekündigter Stellenabbau von 1500 Beschäftigten und das outsourcen von weiteren 1 000 Stellen bei der Dillinger Hütte und Saarstahl treffen die Branche ins Mark. Gemeinsam arbeiten die Betriebsräte, gewerkschaftlichen Vertrauensleute und die IG Metall an alternativen Konzepten zur Bestands- und Beschäftigungssicherung im Rahmen der betrieblichen Mitbestimmung.

Die unklare Perspektive des Fordstandortes in Saarlouis, der bedingt durch fehlende Folgemodelle und eine unklare Strategie der amerikanischen Unternehmensspitze, ist ebenfalls eine regionale wie strukturelle Großbaustelle. Brexit, wirtschaftlicher Protektionismus und immer schärfere Umweltstandards bedrohen auch dort weiterhin Tausende von Arbeitsplätzen bei Ford selbst und den vielen Zulieferbetrieben. Mit großer Geschlossenheit wurde die amtierende Geschäftsführung in ihren Ämtern bestätigt. Lars Desgranges erhielt 98 Prozent der Stimmen der anwesenden Delegierten ein hervorragendes Ergebnis als 1. Bevollmächtigter und Kassierer. Auch der 2. Bevollmächtigte, Ralf Cavelius wurde mit 93 Prozent der Stimmen für weitere 4 Jahre gewählt.

Neben diesen Personalentscheidungen standen auch die Wahl des Ortsvorstandes, der Delegierten zur Bezirkskonferenz und die Nominierung von diversen Tarifkommissionen auf der Tagesordnung.

Dem Ortsvorstand der IG Metall gehören (neben den Bevollmächtigten) demnach an: Markus Thal, Thomas Fischer Thomas, Holger Michel, Helmut Riehm (alle Ford-Werke Saarlouis), Michael Fischer, Roland Seinsoth, Rainer Schwickerath Rainer (alle Dillinger Hüttenwerke), Stephan Ahr Stephan, Eric Ehlen, Tanja Ruhland (alle Saarstahl Völklingen), Norman Brachmann Norman (Homanit), Hans-Werner Glauben (Stahlwerk Bous), Gerfried Lauer (Nedschroef Beckingen) und Dirk Petzel (Nemak) sowie Gisela Tiefensee-Naaber (Motus Headliner). red./jb

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