Menschliche Abgründe im Saarland

Neuer Regional-Krimi von Manfred Spoo: Knauper ermittelt in „Mordsverhältnisse“

SAARLOUIS In der Kommissar „Knauper“-Reihe hat der Saarlouiser Autor Manfred Spoo einen neuen Kriminalroman veröffentlicht: Diesmal geht es um „Mordsverhältnisse“:

In einer Saarbrücker Villa wird die Leiche von Diana Funke aufgefunden. Ihr Lebensgefährte, der Geschäftsmann Niklas De Vriesen, gibt an, dass er sich zur Tatzeit in seinem Jagdhaus bei Wadern im Nordsaarland aufgehalten hat.Das Leben des Paares aus der besseren Gesellschaft wird dominiert von Geld, und von Sex. Auf dem Handy der Ermordeten finden Kriminaltechniker eine Menge Kontakte zu ‚eindeutigen‘ Internetportalen: Sexkontakte.

Kommissar Knauper und sein Team begeben sich auf die Suche nach Männern, mit denen sich Diana Funke regelmäßig zu erotischen Treffen verabredet hatte. Als sie schließlich fündig werden, ist der Lebensgefährte De Vriesen verschwunden.

Die Durchsuchung seiner Büroräume auf der Berliner Promenade fördert neue Fakten zu Tage: Der Mann hatte intensive Kontakte zu Mandatsträgern in der saarländischen Kommunalpolitik. Und er hat diese Kontakte ausgiebig für seine geschäftlichen Interessen genutzt.

Kommissar Knauper und sein Team stoßen auf tiefste Abgründe menschlicher Gefühle und Begierden. Die Ermittlungen durchlaufen ein Labyrinth maßloser Verstrickungen und

skandalöser Machenschaften in Wirtschaft und Politik.

Die oftmals schwer zu gewinnenden Erkenntnisse führen schließlich über verschiedene Umwege zur Auflösung des verzwickten Falls.

„Mordsverhältnisse“ ist ein mutiger Roman, der aktuelles Zeitgeschehen (bis hin zum ‚Cum-Ex-Skandal‘ in Hamburg und anderswo) und besorgniserregende, gesellschaftliche Zustände aufgreift.

Die Dramaturgie ist fein durchdacht und schlüssig. Viele unvorhersehbare Momente und Wendungen sorgen durchgehend für Spannung. Der Autor schreibt witzig und spritzig, aber auch feinsinnig, mitfühlend und bisweilen tiefgründig.

Alle, der Geschichte zu Grunde liegenden Details hat Spoo, wie in seinen Knauper-Krimis üblich, aufwendig recherchiert. Die Handlung und Personen des Romans sind erfunden. Viele Ortsangaben und Beschreibungen wiederum sind authentisch und können besucht werden in Saarlouis, Trier, Wadern, Saarbrücken, Kaiserslautern ...

Und offensichtlich hat der Autor seinen kleinen, heimlichen Spaß beim Schreiben gehabt. Wenn die Leserschaft über die versteckten Petitessen und satirischen Randbemerkungen schmunzeln oder lachen kann – um so besser. red./am

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