Menschenbilder aus der Welt

Klinikum zeigt Fotografien von Andrew Wakeford

MERZIG Ein verschmitzt dreinblickender Helmut Schmidt (ohne Zigarette!) ist einer von den 48 Menschen, die der Fotograf Andrew Wakeford in seiner Ausstellung „Eindrücke/Ausdrücke“ im Foyer des Klinikums Merzig zeigt. „Als ich ihn in Hamburg für ein Buch fotografierte, sagte ich ihm, dass ich ihn früher auch schon einmal in Saarbrücken vor der Linse hatte“, erzählt Wakeford schmunzelnd den zahlreichen Gästen bei der Vernissage. „Damals, als Oskar Lafontaine Oberbürgermeister war und noch Respekt vor Ihnen hatte“. „Der hatte noch nie Respekt vor mir“, habe der Altkanzler grummelnd geantwortet.

Wakeford hat in seinem Leben viele Politiker fotografiert, meist im Auftrag von Parteien. So hatte der gebürtige Brite, den der Zufall Anfang der 70er Jahre ins Saarland verschlug, sein Geld zunächst mit Werbefotografie verdient. Spezialisiert auf Menschen ist seine Palette mit der Zeit immer breiter geworden. Auch Mode-Shootings gehörten dazu.

„Anfang der neunziger Jahre waren wir Nachbarn in Saarbrücken“, berichtet Helmut Isringhaus. Der frühere Chefarzt im Herzzentrum der SHG-Kliniken Völklingen hatte den Anstoß zur Ausstellung gegeben. Bei der Portrait-Fotografie ist Wakeford geblieben, arbeitet inzwischen jedoch vermehrt künstlerisch. Bei allen in Merzig gezeigten Aufnahmen, die quer durch die Welt entstanden, hängt jeweils auch eine kleine Geschichte. Denn nicht alle Köpfe sind (oder waren) so prominent wie Helmut Schmidt, aber interessant. „Sie lernen dadurch vielleicht den einen oder anderen Menschen ein wenig kennen“, macht Wakeford Lust, näher hinzuschauen.

Die Ausstellung ist bis April 2019 zu sehen.red./ti

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