„Meine Brille für Afrika“

Annette Weyand aus Körprich hilft bedürftigen Menschen an der Elfenbeinküste

KÖRPRICH „Meine Brille für Afrika“ – so nennt Annette Weyand ihre private und ehrenamtlich betriebene Hilfsaktion für die Elfenbeinküste. Die 56-jährige selbstständige Maßschneiderin sammelt in ihrer Wohngemeinde und darüber hinaus gebrauchte Brillen für bedürftige Menschen in dem westafrikanischen Land.

„Ganz ohne Bürokratie habe ich die Brillen in der Vergangenheit direkt an die Elfenbeinküste verschickt oder habe sie im Fluggepäck dorthin mitgenommen“, berichtet Weyand. Bisher sei sie mehrmals auf eigene Kosten nach Westafrika geflogen und habe die gesammelten Brillen vor Ort an Menschen in Sozialzentren und Kirchen verteilt.

„Ich bin immer wieder gerührt, wie dankbar die Menschen dort sind und auch von dem Glanz in ihren Augen, wenn sie sich von mir verabschieden“, erzählt Weyand. „

Neue Brillen sind an der Elfenbeinküste derart teuer, dass sich viele Menschen nur Gestelle mit einem Glas leisten können“, berichtet sie.

Aus dem privaten und sozialen Engagement der Körpricherin entwickelt sich nun eine nachhaltige Partnerschaft der Gemeinde Nalbach mit der ivorischen Kommune Assié-Koumassi.

„Wir nutzen die Kontakte von Weyand und bauen im Rahmen des Projektes „Nalbach Nachhaltig“ eine Nord-Südpartnerschaft in Form eines Kooperations- und Austauschprogramms auf“, berichtet Marc Engel. Er betreut das Projekt im Nalbacher Rathaus.

Schon im Mai wird eine erste Delegation von der Elfenbeinküste in Nalbach erwartet. Weyand wird voraussichtlich im Spätsommer an die Elfenbeinküste reisen und wieder Brillen dorthin mitnehmen.

„Im Auftrag der Bonner Stiftung Senior-Experten-Service (SES) werde ich diesmal eine Schneiderei in Abidjan beraten und dort helfen, die Arbeits- und Ausbildungsabläufe zu optimieren“, bestätigt Weyand.

Zusätzlich werde sie sich um die Verteilung der Brillen aus dem Saarland kümmern. Viele der zuletzt gesammelten gebrauchten Brillen wurden vom Nalbacher Optikermeister Matthias Dörr unentgeltlich vermessen und beschriftet.

Inzwischen hat die Körpricherin Annahmestellen für gebrauchte Brillen auch außerhalb ihrer Heimatgemeinde organisiert. Auf Initiative von Christine Sinnwell-Backes, die im Nalbacher Rathaus ebenfalls im Projekt mitarbeitet, engagieren sich nun auch Katecheten und Kommunionkinder der Pfarreiengemeinschaft Schmelz für das Hilfsprojekt.

„Ein Kind geht sogar von Haus zu Haus und erkundigt sich nach nicht mehr benötigten Brillen“, bestätigt Sinnwell-Backes. Sie hatte 2016 erstmals Kontakte mit einem Lehrer von der Elfenbeinküste geknüpft, der bei seinem Besuch in Nalbach für Hilfsprojekte zugunsten seiner Heimatregion warb.

Daraus hat sich mit Annette Weyand als engagierte Koordinatorin eine richtige Freundschaft entwickelt. „Die Erfahrungen von Weyand sind für uns ein Glücksfall und wir werden darauf aufbauen“, sagt Bürgermeister Peter Lehnert.

Info: www.schneiderei-weyand.de.

Annahmestellen für gebrauchte Brillen:

Nähwerkstatt an der Prims (Körprich), Kaufhaus Czapla (Körprich), Foyer Rathaus (Nalbach), Optik Dörr (Nalbach/Wadgassen/Altenkessel), Brillen Mahl (Lebach), Optik Leinenbach (Saarwellingen), Wertstoffhof (Saarwellingen), Optik Saar (Eppelborn/Illingen), Florale Fingerwerkstatt (Limbach). rgi

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de