Mehr Mobilität für Christopher

Blieskasteler Schutzengel spenden für Fahrzeug von Eppelborner Familie

EPPELBORN Der im Mai 2010 geborene Christopher Faust wohnt mit seiner alleinerziehenden Mama Anke und zwei minderjährigen Brüdern in Eppelborn. Infolge deutlicher Entwicklungsverzögerungen wurde nach zahlreichen medizinischen Untersuchungen bei Christopher der seltene Gendefekt „Mikrodeletionssyndrom 2q 23.1“ festgestellt.

Einhergehend mit dieser schlimmen Diagnose wurde das komplette Leben der sympathischen Familie „völlig auf den Kopf gestellt“. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten von Christopher und vor dem Hintergrund der ungewissen familiären Situation in der Zukunft blieb Frau Faust nur die Möglichkeit, ihre Berufsausbildung als Arzthelferin abzubrechen, um sich ausschließlich um das Wohl von Christopher und das seiner beiden Brüder kümmern zu können.

Denn die Auswirkungen des Gendefektes haben neben Kleinwuchs und Hirnatrophie (umgangssprachlich: Gehirnschwund) insbesondere zur Folge, dass der extrem entwicklungsverzögerte Junge dauerhaft auf dem Stand eines zwei- bis dreijährigen Kindes verbleibt mit der Folge, dass er im Alltag „rund-um-die-Uhr“ betreut und gepflegt werden muss.

Christopher ist sehr aktiv und immer in Bewegung, hat eine sehr geringe Aufmerksamkeitsspanne und leidet unter massiven Schlafstörungen. Aufgrund des genetisch bedingten Kalziummangels neigt er zu Krampfanfällen. Zwar kann der Junge laufen, aber für längere Wegstrecken benötigt er seinen Rehabuggy. Gefahrenlagen kann er überhaupt nicht einschätzen und sein Schmerzempfinden ist erheblich beeinträchtigt.

Schon seit einiger Zeit bestand im Hinblick auf die für Christopher unabdingbar notwendigen regelmäßigen Arzt- und Therapiebesuche ein enormes Mobilitätsproblem bei Familie Faust. Ihr in die Jahre gekommenes Fahrzeug war sehr reparaturanfällig, unzuverlässig und infolge ständiger Reparaturkosten längst unwirtschaftlich geworden. Trotz eisernem Sparwillen und persönlicher Entbehrungen erschien die Anschaffung eines zweckmäßigen Transportfahrzeuges wegen nicht ausreichender Eigenmittel zunächst aussichtslos.

In ihrer nachvollziehbaren Notlage wählte Frau Faust indes einen Weg, der ihr nicht leichtgefallen ist und Überwindung kostete. Mit der herzlichen Bitte um finanzielle Unterstützung wandte sie sich an verschiedene Stiftungen, gemeinnützige Vereine und Sponsoren. Wie sich zeigte, war dies der richtige Weg und so konnte die Familie dank entsprechender finanzieller Unterstützung durch Spendengelder im März ihren neuen Dacia Dokker beim Autohändler abholen.

Auch die gemeinnützigen Blieskasteler Schutzengel haben insoweit 1000 Euro für die Fahrzeuganschaffung beigesteuert..

Im Juni 2019 erfolgte schließlich der für Christopher so wichtige behindertengerechte Umbau am Fahrzeug bei einer Spezialfirma.

Dabei wurde eine automatische Kassettentrittstufe für den Jungen an der rechten hinteren Schiebetür angebracht, damit er problemlos in das Auto ein- und aussteigen kann. Durch einfaches Einschieben mit dem Fuß kann nämlich die Trittstufe an der Tür ausrasten und fährt mit Gasfederunterstützung in die sichere Einstiegsposition für Christopher. Die Kosten der Umbaumaßnahme in Höhe von 1547 Euro wurden komplett vom Blieskasteler Schutzengelverein übernommen.

Mit dem neuen Fahrzeug ist nun endlich wieder die so wichtige Mobilität für Christopher hergestellt und damit wenigstens ein Stück mehr an Lebensqualität für die ganze Familie.

Neben medizinischer und therapeutischer Versorgung ist zugleich auch die gerade für ihn so wichtige Teilhabe am öffentlichen Leben sichergestellt, wozu selbstverständlich Familienausflüge sowie Besuche bei Verwandten und Freunden gehören.

Die Blieskasteler Schutzengel freuen sich, dass sie helfen konnten, Familie Faust einen lang gehegten Herzenswunsch zu erfüllen, und wünschen alles Gute sowie stets eine angenehme, unfallfreie Fahrt. Selbstverständlich werden die rührigen Blieskasteler Schutzengel die liebenswerte Familie weiterhin begleiten und jederzeit gerne mit Rat und Tat unterstützen, wenn Hilfe benötigt wird. red./am

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