Mehr als einfach nur ein Turngerät

Neuer Jugendfreiraum an der Blies in Neunkirchen eingeweiht

NEUNKIRCHEN Noch trägt der neue Platz zwischen Blies und Parkplatz Nord des Saarparkcenters einen sperrigen Namen: „Jugendfreiraum“, so die offizielle Bezeichnung. Doch die Jugendlichen werden wohl bald eine eigene Bezeichnung finden, waren sie doch selbst in den Entstehungsprozess eingebunden.

„Die Idee, ein Angebot für Jugendliche mitten in der Innenstadt zu schaffen, fand ich von Anfang an sehr charmant,“ lobt Oberbürgermeister Jörg Aumann die Initiative der AGSE, also der Arbeitsgemeinschaft städtischer und stadtnaher Einrichtungen, die sich regelmäßig trifft, um gemeinsam Verbesserungen für die Stadt auf den Weg zu bringen. Doch bis zur Umsetzung war es ein längerer Prozess, wie der Beigeordnete Thomas Hans bei der Eröffnungsfeier vor Ort schilderte, zu der Corona-bedingt nur ein kleiner Kreis aus politischen Vertretern, die an der Umsetzung Beteiligten, vor allem aber die Zielgruppe der Anlage eingeladen waren.

Zunächst einmal musste ein geeigneter Platz gefunden werden. Mehrere Standorte wurden diskutiert, wieder verworfen, bis man sich schließlich für das Bliesufer unmittelbar südwestlich des Lübbener Platzes entschied. Hier sind die Jugendlichen unter sich, aber dennoch inmitten der City und können sich hier treffen, Muskeln trainieren oder einfach nur „abhängen“.

Dann wurde mit allen städtischen Beteiligten, dem Jugendbeirat, dem Jugendcafé, den Streetworkern und dem Jugendzentrum, vor allem aber mit vielen Jugendlichen die Gestaltung diskutiert. Schließlich einigte man sich auf ein großes, stabiles Sportgerüst, das für junge Menschen ab 14 Jahren geeignet ist.

Schließlich begannen umfangreiche Tiefbauarbeiten, denn auf dem Platz wurde ein dicker Fallschutz in der Erde eingebracht, so dass man beim Betreten des Feldes den Eindruck hat, man gehe auf Wolken. Da die Anlage aber durchaus auch mal bei Hochwasser überschwemmt sein könnte, wurde ein geeignetes Spezialmaterial verwendet. Gearbeitet werde noch – und dafür bat der Beigeordnete Hans um Verständnis – an der Verbesserung des WLAN-Empfangs. „Das wird noch besser“, versprach er, wohl wissend, dass der freie Internetzugang ein Schlüssel für den Erfolg der „Streetworkout-Zone“ sein wird.

Hans dankte allen Beteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit, die zu einem sehr guten Ergebnis geführt hat. Insbesondere dankte der Beigeordnete auch der Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden und dem Ministerium für Inneres, Bauen und Sport für die Zuschüsse. „Ohne diese Mittel hätten wir die Anlage in dieser Form nicht umsetzen können“, so Hans.

Auch der Vorsitzende des Jugendbeirates, Julian Sieren, freute sich, dass die lang ersehnte Anlage nun in Betrieb genommen werden konnte. Das nächste Projekt, für das sich der Jugendbeirat stark macht, die Skateranlage im Wagwiesental, sei ebenfalls in Arbeit und die Jugendlichen hofften auch hier auf die baldige Inbetriebnahme.

Musikalisch eröffneten die beiden Rapper Hanna Ward und George Byrd von der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen, die im Dezember 2019 den bundesweiten Song-Contest „Dein Song für eine Welt“ in Bonn gewonnen haben.

Dirk Müller vom Neunkircher Boxsportverein 1921 weihte mit drei Schützlingen denn auch das Turngerät mit einer akrobatischen Einlage ein und zeigte, wie vielfältig der Jugendfreiraum genutzt werden kann. red./hr

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