Martin Bach tritt zurück

Der Borussen-Präsident hat Entscheidung unabhängig vom Saisonausgang getroffen

NEUNKIRCHEN Nicht nur im Spieleraufgebot, auch auf der Vorstandsebene der Borussia wird sich etwas verändern. Denn Martin Bach wird nicht weiter als Präsident im Ellenfeld tätig sein. Der Borussen-Vorsitzende hat dem Aufsichtsrat seinen Entschluss mitgeteilt, sein Amt zum 30. Juni niederzulegen.

„Dieser Schritt ist mir gewiss nicht leicht gefallen. Aber die letzten drei Jahre in schwieriger Situation haben extrem an meinen Kräften gezehrt und auch die Familie belastet. Deshalb habe ich meine Entscheidung unabhängig vom Ausgang der abgelaufenen Saison getroffen und möchte den Weg frei machen für frische Kräfte und neue Ideen, die den Verein nach vorne bringen“, begründete Bach seinen Rücktritt. Wer Martin Bach im Amt folgen wird, ist derzeit noch völlig offen. Der Aufsichtsrat muss über die Neubesetzung der vakanten Position entscheiden.

Nur allzu gerne hätte sich der Borussen-Boss mit dem Aufstieg in die Oberliga aus dem Amt verabschiedet („Das wäre die optimale Lösung gewesen“), räumt aber auch ein, „dass es den günstigen Moment für einen solchen Schritt ohnehin nicht gibt.“

Als Martin Bach im April 2015 während des laufenden Insolvenzverfahrens in schwieriger Situation Verantwortung übernommen hatte, waren drei Jahre Amtszeit eigentlich gar nicht geplant und auch nicht gewollt. „In diesen drei Jahren konnte ich mit meinen Vorstandskollegen manches erfolgreich auf den Weg bringen. Doch wurde bei ständigem Wandel auf schmalem Grat zwischen Sein und Nicht-Sein nicht nur positive Energie freigesetzt. Der permanente Abnutzungskampf hat extrem an meinen Kräften gezehrt und auch die Familie belastet. Deshalb habe ich mir jetzt die Frage gestellt, ob ich die Kraft noch aufbringe für ein weiteres Jahr, und diese Frage letztlich mit nein beantwortet. Die Basis ist immer noch schwierig, jedoch deutlich besser als vor drei Jahren“, zieht Martin Bach eine positive Bilanz.

Deshalb bedauert der Aufsichtsratsvorsitzende Gerd Müller den Rücktritt des Borussen-Chefs sehr. „Seine Entscheidung ist nachvollziehbar – gerade wenn man berücksichtigt, dass Martin Bach Borussia mit hohem Aufwand neben seiner beruflichen Tätigkeit geleitet hat. Er hat sich aufgerieben in drei schweren Jahren und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Lichter im Ellenfeld nicht ausgegangen sind“, gibt Müller dem scheidenden Präsidenten große Anerkennung mit auf den Weg.

Doch der wird natürlich weiter Borusse bleiben und gerne auf anderer Ebene helfen. „Mit 8 Jahren habe ich begonnen, für Borussia als Torwart zu spielen. Der Verein ist seitdem ein bedeutendes Stück meines Lebens geworden und wird das auch weiterhin bleiben“, sagt Martin Bach, der sich in verschiedenen Phasen und Ämtern im Ellenfeld enorm engagiert und bewährt hat.red./eck

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