„Mama-lernt-Deutsch-Kurs“

Mit starkem Netzwerk Sprachförderung ermöglicht

HOMBURG Sprachkurse für Migranten hat es in den letzten Jahren einige im Saarpfalz-Kreis gegeben. Doch gerade für viele Frauen war die Teilnahme an einem solchen Kurs nicht möglich, weil sie für ihre Kinder in dieser Zeit keine Betreuungsmöglichkeit hatten.

Dem Willen zu Integration und Sprachenlernen stand häufig ein noch fehlender KiTa-Platz als Hindernis entgegen. Genau hier haben nun Arbeiterwohlfahrt, Caritas und Kreisjugendamt angesetzt und haben im gemeinsamen Schulterschluss ein Angebot entwickelt, dass hervorragend passt: Der „Mama-lernt-Deutsch“-Kurs.

AWO, Caritas und Kreisjugendamt

Kurz zusammengefasst: Während Mütter an jeweils zwei Wochentagen für zwei Stunden die deutsche Sprache lernen, kümmern sich Erwachsene um deren Kinder und halten damit den Frauen den Rücken frei. 20 Einheiten umfasst ein solcher Kurs mit Kinderbetreuung. Im Bereich Familien- und Migrationshilfe stimmen sich Arbeiterwohlfahrt und Caritas schon lange ab. Das war auch bei dem jetzt im Familienhilfezentrum Homburg zu Ende gegangenen Kurs der Fall, zu dessen Finanzierung Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Kreisverwaltung und Jugendamt gemeinsam einen Förderantrag bei der „Glücksspirale“ gestellt hatten. Auch der Bund war mit im Boot, denn über das Projekt „Starke Netzwerke in Homburg – Hilfen für Geflüchtete“ koordinierte im Familienhilfezentrum Miriam Fischer das Kursangebot mit der Betreuung. Beim Thema Migrationshilfe sind sich Monika Herb (Caritas-Zentrum Homburg) und Ingrid Schild-Pfeiffer (Leiterin des FHZ) einig: „Es macht Sinn sich zu ergänzen und Absprachen zu treffen.“

Erst das „Netzwerken“ der beiden Freien Träger Caritas und AWO zusammen mit dem Kreis hat auch den nunmehrigen Kurs ermöglicht. Denn viele Dinge mussten unter einen Hut gebracht werden: Finanzierung, Örtlichkeit, Kinderbetreuung, Sprach-Lehrkraft und auch Fahrdienste. Das nun also ist gelungen und hat nach dem Urteil aller Beteiligten hervorragend geklappt. Das Vernetzen fand aber auch auf einer anderen Ebene statt. „Die Frauen konnten hier Kontakte knüpfen und sich kennenlernen, um auch künftig in Verbindung bleiben und sich gegenseitig unterstützen zu können“, so Miriam Fischer.

Das funktionierte bei der Kinderbetreuung schon recht gut, denn da gab es im Team auch syrische Frauen, die sich um die Kinder kümmerten und die damit vertraute sprachliche Laute wahrnahmen und sich leichter beruhigen und ablenken ließen, während eben Mama von Ghada Al Kadini Sprachunterricht bekam. Der Saarpfalz-Kreis hat inzwischen vier Familienhilfezentren eingerichtet. In drei FHZ wurden die Sprachkurse angeboten. Vier in Homburg, zwei in Bexbach und zwei in St. Ingbert. Blieskastel war außen vor, weil in der Barockstadt das Frauenbüro ein entsprechendes Agebot machte. An jedem der Sprachkurse nahmen 12 bis 15 Frauen teil. Die Aufnahmekapazität war nicht nur durch das Lernangebot limitiert, sondern auch von den Betreuungsmöglichkeiten, da manche Mütter mehr als ein Kind haben. Nun hoffen Miriam Fischer, Ingrid Schild-Pfeiffer und Monika Herb gespannt darauf, ob aufgrund der positiven Resultate, ihr Sprachangebot „Mama-lernt-Deutsch“ eine Weiterförderung erhält, so dass ein Aufbaukurs angeboten werden kann, der über die jetzt vermittelten Grundkenntnisse der deutschen Sprache hinausgeht. rk

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de