„Malen aus der Seele“

Bundesweiter Kunstpreis von Selbsthilfe SeelenLaute Saar ist entschieden

SAARBRÜCKEN „Malen aus der Seele“: Unter diesem Motto hatte die originäre saarländische Selbsthilfe für seelische Gesundheit im Frühjahr zur Zeit des Pandemieausbruchs einen bundesweit ausgeschriebenen Kunstpreis gestartet. Als aktives Angebot waren mit dem Wettbewerb besonders Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen angesprochen. Förderpartner des neuen Projekts von Selbsthilfe SeelenLaute Saar ist die Techniker Krankenkasse.

Ausgelobt waren drei Geldpreise (350 Euro, 200 Euro, 125 Euro), für die herausragendsten Kunstwerke. Schließlich nominierten sich fast 40 Künstler, mit Bewerbungseinsendungen von Berlin bis Bayern, aus dem Saarland bis Mecklenburg-Vorpommern, – in einer Vielfalt an Motiven (naturalistisch-figurativ bis abstrakt-surreal) und genutzten Techniken (von Öl, Acryl, Tusche oder Aquarell bis zur Kulizeichnung, Collagen und einem Cartoon). Die Kreativen sind primär Autodidakten, einige haben Kunstkurse besucht oder sind Mitglieder örtlicher Ateliers (auch von Einrichtungen) oder fühlen sich der so genannten Outsider Art verpflichtet.

So hatten es die Juroren nicht einfach, ihre Punkte für die aus ihrer Sicht originellsten und ausdruckstärksten Arbeiten abzugeben.

Die Auswertung der Ergebnisse der dreiköpfigen, unabhängig voneinander wertenden Fachjury mit Armin A. Pangerl (Lahr / Künstler und Selbsthilfeaktivist), Dr. Turhan Demirel (Wuppertal / Kunstsammler und Außenseiterkunst-Experte) und Gangolf Peitz (Bous / Autor und Redakteur beim Nachrichtenportal art-transmitter.de) ergab schließlich die Gewinner des SeelenLaute-Kunstwettbewerbs 2020.

Platz 3 geht an Dirk Wiebelitz alias Jerry Hill (Leipzig) mit der Acrylarbeit „Die Rückkehr des Schnabeldoktors“, Platz 2 an Kristian Kosch (Siegen) für ­seine „Psychonautin“ (Acryl) und Platz 1 belegt Karsten Kirschke (Münster) mit seinem „Selbstportrait“ (Graphitzeichnung).

Der 1970 geborene Münsteraner Künstler: „Während einer Kreativphase von drei Wochen ist, vor dem Spiegel sitzend, eine ganze Serie von gut 40 (dieser) Zeichnungen ent­standen.

Über die Jahre hinweg hat sich die Kunst für mich zu einem verlässlichen Halt entwickelt. Das Zeichnen ist der Versuch, leidvollen Grenzerfahrungen etwas Versöhnliches entgegenzusetzen.“

Die Europäische Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. (Dortmund) ist mit dem ­Inklusionsprojekt Art-Transmitter publizistisch-organisatorischer Kooperationspartner des Kunstpreises. Das Ergebnis wird nachfolgend im digitalen SeelenLaute-Newsletter (November) bekanntgegeben sowie im Dezember in der Selbsthilfezeitung SeelenLaute Nr. 46 gedruckt (und mit den acht von der Jury höchstbewerteten Werken in nachfolgenden Ausgaben noch). Eine Sonderpräsentation der Gewinner- und aller eingereichten Wettbewerbsarbeiten folgt auf der Outsider Art-Plattform art-transmitter.de. Wegen der aktuell wieder erschwerten Covid-19-Situation muss auf eine persönliche Preisverleihungsfeier in Saarbrücken verzichtet werden.

Veranstalter SeelenLaute Saar freut sich mit dem erfolgreichen Resultat des ersten Selbsthilfe-Kunstpreises und gratuliert den drei Preisträgern zu ihrem Gewinn. Herzlicher Dank gilt allen Teilnehmer fürs engagierte Mitmachen und die ideenreichen Einreichungen! Der Preis soll 2021 mit einem Sonderthema neu ausgelobt werden.

Kontakt zum Veranstalter über sh_seelenlaute-saar@email.de. red./jb

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