Luca ist Kickbox-Vizeweltmeister

Der 13-Jährige aus Fürth hat sich in Italien bis ins Finale gekämpft

FÜRTH Es ist eigentlich ein ganz normales Jugendzimmer, an den Wänden die Insignien eines bekannten deutschen Bundesligaclubs und es herrscht das normale organisierte Chaos wie in jedem Zimmer eines Dreizehnjährigen. Nur etwas ist ein ganz klein wenig anders: Mitten im Zimmer steht ein Boxsack und Luca Müller, der ganz normale Dreizehnjährige aus Fürth, ist Vizeweltmeister im Kickboxen.

Im italienischen Carrara traf sich Ende November die Weltelite und Luca Müller hat sich bis ins Finale im wahrsten Sinne des Wortes durchgeboxt und durchgekickt.

Schuld an allem ist aber sein Bruder Marc. Denn der hat bei Kampfkunst Herz mit Taekwondo angefangen. Erst hat Luca nur zugeschaut, dann mitgemacht und sofort war er infiziert.

Im April 2016 hat Luca sein erstes Turnier im Pointfight in Trier gekämpft und gleich gewonnen. Beim Pointfight wird nicht durchgekämpft, sondern nach jedem Treffer geht es von vorne los. Die Punkte werden gesammelt. Sein erstes Leichtkontaktturnier, ebenfalls in Trier hat er dann auch gewonnen und bei seiner ersten Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) in Simmern in der Gewichtsklasse unter 35 Kilogramm hat er den dritten Platz belegt.

Die zweite IDM hat er dann auf Anhieb gewonnen und so war der Weg zur Weltmeisterschaft geebnet.

In der heißen Vorbereitungsphase haben ihn seine Eltern zweimal täglich nach Ramstein ins Training gefahren. Der Vizeweltmeistertitel war dann der Lohn. Ganz ohne Verletzung geht das ganze auch nicht immer ab. „Ich hab‘ mir mal die Zehe gebrochen“, erzählt Luca. „Das tut zwar weh, aber was will man machen“, kommentiert er lakonisch. Zurzeit ist die Nase noch ein wenig angeschwollen „aber nicht schlimm.“

Fünf Tage die Woche ist er für seinen Sport unterwegs. Montags und donnerstags trainiert er in Waldmohr, mittwochs in Ramstein und Dienstag und Freitag ist er Hilfstrainer in St. Wendel. „Die Schule klappt trotzdem auch noch total gut“, freut sich seine Mama und es sei nur noch eine Frage der Zeit, wann auch die letzte Fußballdeko aus seinem Zimmer verbannt werde.

Zurzeit besucht er die 7. Klasse in der Gemeinschaftsschule in Freisen. Und der Berufswunsch ist auch schon ganz klar festgelegt: Sport- und Fitnesskaufmann. Die Ausbildung möchte er bei der Kampfsportschule Herz machen, soviel steht heute schon fest. jam

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