Los geht‘s

Gemeinschaftsschule Marpingen macht Große und Kleine fit fürs neue Schuljahr.

MARPINGEN Für die einen war es der letzte Schuljahresstart an ihrer Schule, die anderen traten zu ihrem ersten Schultag an der Gemeinschaftsschule Marpingen an. Für die 70 Schülerinnen und Schüler der Stufe 13 heißt es nun anziehen, und im April des nächsten Jahres zur Abiturprüfung antreten. Damit zwischendurch nicht die Puste ausgeht und überhaupt, um generell im Gleichgewicht zu bleiben, sorgten die vier Tutoren der Stufe 13 für einen entspannten Einstieg in den Schullaufbahn-Endspurt. Statt unvermittelt im Abiturstoff ein- bzw. unterzutauchen, hatten die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten die Gelegenheit, sich mit den ostasiatischen Entspannungs- und Selbsterfahrungstechniken des QiGong und TaiChi bekannt zu machen. Unter Anleitung der ausgebildeten Lehrer Stephanie Recktenwald aus Marpingen und Jürgen Meyer vom DAO-Zentrum Völklingen lernten sie u.a. „den Mond durch das Fenster anschauen“, was weniger mit einen Tipp zur Behebung nächtlicher Schlafstörungen als mit einer komplizierten QiGong-Übung zu tun hat. Ziel ist es, trotz äußerer Ablenkung in innerer Ausgeglichenheit und Konzentriertheit zu bleiben. TaiChi gründet auf einem ähnlichen Welt- und Menschenbild – die Lebensenergie Qi durchströmt alle Lebensbereiche – greift aber eher die Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen auf. Die Idee dahinter ist, besser mit inneren Ablenkungen und sozialen Konfrontationen umgehen zu können, damit die eigene Energie nicht verloren geht. Schnell spürten die 70 Marpingen Schüler, dass das auch viel mit ihrem Leben und der bevorstehenden Abiturprüfung zu tun hat. Und nebenbei entstand auch ein Gemeinschaftsgefühl, das gerade während Prüfungszeiten oft verloren geht.

Der erste Schultag an der Gemeinschaftsschule Marpingen war für die 96 neuen Fünftklässler eine aufregende Erfahrung. Während ihre Eltern sich im Elterncafé, das die Elternvertretung eigens für diesen Tag eingerichtet hatte, kennenlernen und austauschen konnten, stand nach der musikalischen Begrüßung durch ihre Mitschüler der Stufe 6 die Neuorientierung in der Schule an. Gewohnt, in den relativ kleinen Grundschulen die größten zu sein, mussten sie sich nun in dem riesigen Schulgebäude zurechtfinden, ihre neuen Mitschüler und Lehrer kennenlernen und die Erfahrung, zu den jüngsten zu gehören, erst einmal verarbeiten. Ihre acht Tutorinnen und Tutoren, je zwei pro Klasse, schafften es aber, diese anfängliche Zurückhaltung durch Kennenlern- und Entdeckungsspiele einen Stück weit abzubauen. Zuallererst sollen sich die Kinder hier wohl fühlen, denn das sei die Voraussetzung für den Schulerfolg, so Petra Brenner-Wolff, die Schulleiterin, in ihrer Begrüßungsansprache.

Ihre großen Mitschüler haben diese Erfahrung des ersten Schultages an der weiteführenden Schule schon acht Jahre hinter sich. Doch auch für sie wird es nach diesem Schuljahr heißen, aus der vertrauten Umgebung den Schritt ins Neue wagen. Mit TaiChi und Qigong sind sie hierfür wie für die Abiturprüfung zuvor ein Stück weit besser vorbereitet.

 

Unsere Leserreporterin Ute Redeker aus Marpingen

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