Leuchttürme für den Umweltschutz

Bistum zeichnet Projekte mit dem Umweltpreis aus – auch die Kita „Heilige Familie“ Winterbach

Trier/Winterbach. Von der gelebten Kräuterkunde bis zu einem eigenen Hühnerstall versuchen sie Kindern die Liebe zur Natur näher zu bringen. Dafür wurde jetzt die Kita „Heilige Familie“ in Winterbach mit der ersten Platzierung des diözesanen Umweltpreises 2020 ausgezeichnet.

Der Wettbewerb habe gezeigt, wie man diese Liebe vermitteln könne, betonte Bischof Dr. Stephan Ackermann. Das sei beispielhaft und er hoffe, dass sich viele Einrichtungen im Bistum davon anstecken ließen. Sieben Bewerbungen wurden mit insgesamt 7000 Euro ausgezeichnet. Bedingt durch die Corona-Pandemie war die Verleihung verschoben worden.

Ökologisches und sozial-nachhaltiges Handeln sei dringend notwendig, sagte Bischof Ackermann. Unsere Erde sei einem Klimawandel ausgesetzt, der die Lebensgrundlagen aller zerstöre. Die Kirche sehe sich in besonderer Verantwortung für die Schöpfung, die Gott den Menschen anvertraut hat. Besonders wichtig sei es aber, junge Menschen für Natur- und Umweltschutz zu gewinnen. Denn sie seien es auch, die von den Folgen des Klimawandels am meisten betroffen würden.

Der Umweltpreis 2020 hatte sich speziell an junge Menschen gerichtet. Bewerben konnten sich katholische Kinder- und Jugendgruppen, Jugendverbände, Kitas, Horte und Schulen in katholischer Trägerschaft, sowie Jugendhilfeeinrichtungen, offene Einrichtungen, Mehrgenerationenhäuser und Familienbildungsstätten des Bistums und der Caritas. Insgesamt dreizehn Bewerbungen waren eingegangen.

Der Sieger, die Kita „Heilige Familie“ in Winterbach, versteht, nach der Begründung der Jury, als „anerkannter Bewegungskindergarten“ Gesundheit und Natur als eine wichtige Grundlage eines achtsamen Umgangs mit sich selbst, anderen Menschen, anderen Lebewesen und der Umwelt.

Kräuter, Zwerghühner und Natur- und Sinnesgarten

Durch verschiedene Projekte, etwa bei der Kräuterkunde, werden in Winterbach Nachhaltigkeit und Umweltschutz kindgerecht behandelt und in der Praxis umgesetzt. So wurde auf dem Außengelände der Kindertagesstätte ein Hühnerstall gebaut, in dem Zwerghuhn-Küken ausgebrütet werden. Zudem wurde ein Natur- und Sinnesgarten angelegt. In naher Zukunft sollen sich dort Wildbienen ansiedeln, da dort auch Schmetterlingssträucher und allgemeine Insektennutzpflanzen gepflanzt werden.

„Bewegung, gesunde Ernährung und Bewahrung der Schöpfung sind drei zentrale Schwerpunkte der Arbeit der Kita mit den Kindern und Familien“, lobt Georg Binninger, Leiter der Abteilung „Kindertageseinrichtungen und familienbezogene Dienst“, in seiner Laudatio den Preisträger. Und mit dieser breit ansetzenden Konzeption arbeiteten sie bereits seit 20 Jahren. „Es zeigt eine stetige Weiterentwicklung, einen langen Atem, ja man kann fast von der notwendigen Ausdauer eines Marathonlaufs sprechen, um im Bild ihres Bewegungskindergartens zu bleiben.“

Der Preisträger zeige auch ein gutes und beeindruckendes Beispiel von der Kreativität und der hohen Fachkompetenz, die in katholischen Kitas in unserem Bistum tagtäglich geleistet wird.

Die Klimaschutzmanagerin des Bistums, Charlotte Kleinwächter dankte allen 13 Initiativen, die sich um den Umweltpreis beworben hatten: „In allen Projekte steckt Herzblut drin! Der Jury ist die Entscheidung nicht leicht gefallen.“

Seit 1996 vergibt das Bistum Trier in unregelmäßigen Abständen einen Umweltpreis für ökologische Initiativen oder Projekte. red./hr

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