Laura Müller holt DM-Silber

Saar-Athleten in Braunschweig auf dem Podest – Bronze für Fabio Hessling

KREIS SAARLOUIS Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig haben Athleten aus dem Kreis Saarlouis zwei Medaillen gewonnen: Laura Müller (LC Rehlingen) Silber über 200 Meter und Fabio Hessling (LAC Saarlouis) Bronze im Hammerwurf.

Topfit zeigte sich Laura Müller an diesem 36 Grad heißen Sonntag im Braunschweiger Eintracht-Stadion. Bereits im Halbfinale konnte sie mit 23,25 Sekunden ihre Jahresbestleistung (bisher 23,50 Sek.) deutlich unterbieten. Hinter Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) Nach einem beherzten Kurvenlauf im Finale bog sie fast gleichauf mit den Favoritinnen auf die Zielgerade ein.

Dann entfaltete sie eine Eigenschaft, die man bei ihr bisher nur selten beobachten konnte. Sie drehte zum Schluss richtig auf und streckte sich in letzter Sekunde an der 100-Meter-Meisterin Lisa-Marie Kwayie (Neuköllner SF) um Haaresbreite vorbei. Auf Bahn drei siegte Jessica-Bianca Wessolly in 23,07 Sekunden. Für Laura Müller und Lisa-Marie Kwayie wurden 23,14 Sekunden angezeigt. Die Zeitmesser mussten genau hinschauen, um einen winzigen Unterschied von drei Tausendstelsekunden zugunsten der Rehlingerin zu ermitteln. Die Silbermedaille.

Das war mehr als vorher zu erwarten war. „Ich freue mich sehr, dass das so geklappt hat“, strahlte sie nach dem Lauf.

Die erste saarländische Medaille eroberte Hammerwerfer Fabio Hessling vom LAC Saarlouis. Trotz erheblicher Trainingseinschränkungen in diesem Frühjahr und in Abwesenheit des plötzlich erkrankten Landestrainers Christoph Sahner zeigte er eine großartige Leistung. Nach schwierigem Auftakt mit zwei ungültigen Versuchen schleuderte der 20-Jährige im fünften Durchgang sein Wurfgerät auf die neue persönliche Bestweite von 67,05 Metern, 55 Zentimeter weiter als bisher, und wurde mit der Bronzemedaille belohnt.

Schon 2019, in seinem ersten Aktiven-Jahr hatte er bei den Deutschen Meisterschaften mit einer Bestleistung geglänzt und den fünften Platz belegt. „Ich bin froh, dass es jetzt soweit funktioniert hat. Und ich freue mich auf die nächste Saison, um dann – wenn’s klappt – durchgehend trainieren zu können.“, sagte der Saarlouiser Vorzeigeathlet. In Braunschweig ließ er nur dem Jahresbesten Tristan Schwandke (TV Hindelang) und Merlin Hummel (UAC Kulmbach) den Vortritt.

Um 79 Zentimeter schrammte seine Disziplinkollegin Sophie Gimmler (LC Rehlingen) an einer Medaille vorbei. Mit 62,20 Metern schaffte sie eine Jahresbestweite und konnte mit dem vierten Platz sehr zufrieden sein. Nach einer fast zweijährigen Wettkampfpause hatte die 24-Jährige erst am 18. Juli ihr Comeback gefeiert.

Wenige Tage vor seinem 21. Geburtstag drang Kugelstoßer Valentin Moll (LC Rehlingen) in die Phalanx der besten Deutschen vor. In dem von häufigen Unterbrechungen beeinträchtigten Wettkampf steigerte sich der Junior kontinuierlich bis zum sechsten Durchgang, als die Kugel bei 18,82 Metern landete und Platz fünf einbrachte. „Es wäre mehr drin gewesen, wenn er nur einmal die Kugel richtig getroffen hätte – so, wie beim Einstoßen“, bedauerte sein Trainer Lothar Altmeyer.

Und noch ein Hammerwerfer gelangte unter die Besten. Mit 35 Jahren warf Andreas Sahner (LC Rehlingen) im sechsten Versuch 61,69 Meter weit und kam auf den sechsten Platz. Der Senior unter den Konkurrenten, der seit 19 Jahren regelmäßig in einem DM-Finale steht und schon 2002 Deutscher B-Jugendmeister wurde, sorgte erneut für ein respektables Ergebnis.

Die 5000-Meter-Läufer litten natürlich besonders unter der Gluthitze. Auch Tobias Blum (LC Rehlingen), der mit 14:31,02 Minuten Elfter wurde.

Als Laura Müller ihre Silbermedaille gewonnen hatte, war auch SLB-Präsident Lothar Altmeyer erleichtert. „Ein versöhnlicher Abschluss mit zwei Medaillen“, konstatierte er am Ende der Hitzeschlacht.

red./am

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