Labkrauttee hat förderliche Wirkungen

Naturpark-Wildkräuterküche im Sommer präsentiert das Wiesen-Labkraut

HERMESKEIL Das Wiesen-Labkraut bereichert die Wiesen im Naturpark Saar-Hunsrück mit seinen weißen Blütenständen. Im blütenärmeren Hochsommer bietet es vielen Insekten eine wichtige Nahrungsgrundlage. Seinen deutschen Namen verdankt es einem Inhaltsstoff, der dem Lab-Enzym der Kälbermägen chemisch sehr ähnlich ist, der für die Käseherstellung verwendet wird.

Labkraut kulinarisch

Zarte Stängel und Blattquirle des Wiesen-Labkrauts sind praktisch das ganze Jahr über zu finden und lassen sich roh als Salatgrundlage oder gekocht als Blattgemüse in Suppen, Aufläufen und Soßen genießen.

Je später im Jahr, desto stärker wird der leicht bittere Geschmack, der etwas an Rucola erinnert. Daher sollten Labkraut-Gerichte abgeschmeckt werden, um nicht zu viel zu verwenden. Die Blüten des Wiesenlabkrauts sind in Salaten zierliche Farbtupfer und geben Sirup, Saft oder Kräuterlimonade eine zusätzliche Geschmacksnote. Die reifen Samen bleiben in einem dunklen Gefäß auch über den Winter keimfähig, sodass sich daraus Sprossen ziehen lassen. Geröstete Samen lassen sich wie Kaffee aufbrühen.

Labkraut heilwirksam

Labkräuter steigern bei Einnahme den Lymphfluss und eignen sich so zu Entschlackungskuren.

Labkrauttee hat förderliche Wirkungen bei hohen Cholesterinwerten, Durchfall, Magen-Darm-Koliken und Unruhezuständen. Zudem wirkt der Tee harntreibend, regt die Nierentätigkeit an und kann Nierenleiden lindern. Äußerlich angewandte Aufgüsse und frisch gepresster Saft können bei Wunden, Ekzemen, Ausschlägen und Geschwüren Linderung verschaffen.

Boden und Standort

Wiesen-Labkraut kommt im gesamten Naturpark in nicht zu häufig gemähten Wiesen, an Weg- und Waldrändern vor. Die um den Stängel quirlig angeordneten Blätter lassen Labkräuter leicht erkennen. Eine Verwechslung mit anderen Labkräutern, wie dem gelb blühenden Echten Labkraut, dem Kletten-Labkraut oder dem Waldmeister ist möglich, diese sind jedoch nicht giftig und ähnlich verwendbar.

Weitere Infos gibt es online zum Beispiel unter www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/wiesen-labkraut/. Informationen über den Naturpark erhalten Sie bei der Naturpark-Geschäftsstelle Hermeskeil, Tel. (06503) 9214-0 und E-Mail an in-fo@naturpark.org.red./ti

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