Kriminelle Delikatesse

Autoren-Duo Marion Demme-Zech und Frank Krajewski stellen Roman „Ahrtrüffel“ vor

REHLINGEN-SIERSBURG „Tuber uncinatum – da war er. Er legte den Arm um ihn, wie ein alter Freund, den man lange nicht gesehen hatte.“

So beginnt die Geschichte um das „Schwarze Gold“ des Ahrtals der Saarländerin Marion Demme-Zech und des Rheinländers Frank Krajewski. Ihr Roman „Ahrtrüffel“ ist im Gmeiner Verlag erschienen – und ist dabei nicht nur interessant für Pilzfans, sondern auch für Liebhaber von außerplanmäßiger Kriminalliteratur.

„Es war unser Ziel, einen ungewöhnlichen Roman zu schreiben, mit kontrastreichen Figuren, die alle ihre Vergangenheit und Eigenarten haben. Als Vorlage dienten uns wahre Hintergründe im Ahrtal, daran schlossen wir an und webten die bisherigen Ereignisse zu einer Kriminalgeschichte weiter“, verrät die in Rehlingen-Siersburg lebende Marion Demme-Zech.

Die Truffière im Ahrtal, auf der sich ein Großteil der Handlung abspielt, gibt es wirklich. Auch den Ahrtrüffelverein, der die Idee, Trüffeln im Ahrtal zu kultivieren, ins Leben gerufen hat. Begonnen hatte damals alles mit einem Trüffelfund von knapp 1000 Gramm Burgundertrüffel im Jahr 2002 in der Nähe von Bad Bodendorf. Dies zeigte, dass auch in deutschen Wäldern durchaus Trüffel zu finden sind. Aufgrund des Artenschutzgesetzes allerdings ist die Entnahme von Trüffeln aus dem Boden in Deutschland untersagt. Die Kultivierung von Trüffeln auf eigenem Grund, in Form einer Truffière, ist erlaubt. 2005 gründet sich der Verein Ahrtrüffel e.V. und die Pilzfreunde nahmen dies in Angriff. In Bad Bodendorf fanden sie ein passendes Areal. Die Truffière aus dem Roman entstand. Ab da setzt die Fantasie der Autoren ein. Sie denken den Klimawandel weiter, hinein ins Jahr 2034:

„Die traditionellen Trüffelgebiete verloren kontinuierlich an Bedeutung, gleichzeitig verfestigte sich ein mediterranes Klimaprofil in Deutschland. Während die südlichen Trüffelgebiete mit ihrem Misserfolg rangen und nach wirtschaftlichen Alternativen suchten, erlebte Sinzig einen Aufschwung, mit dem niemand gerechnet hätte. Die unversehens hohen Gewinn erzielenden Truffièren im Ahrgebiet, die man zu Beginn eher als Freizeitbeschäftigung einiger Pilzfreaks belächelt hatte, lagen mit einem Schlag ganz weit vorn. Sinzig war quasi über Nacht die Trüffelhauptstadt Deutschlands geworden.“

Fantasie und Realität in spannender Verzahnung

Wie meist, wenn sich die Welt wandelt, gibt es Verlierer, aber auch Gewinner. Ein eindeutiger Gewinner ist Peter Siedenburg, eine der beiden Hauptfiguren des Romans. Er sieht seine Chancen und betreibt den Trüffelanbau im Ahrtal professionell. Sein Plan geht auf: Sinzig wird führend im Trüffelhandel und Siedenburg selbst wird reich und gewinnt an Einfluss.

Siedenburg entdeckt auf der Suche nach unbehandelten Trüffeln auf seiner Truffière eine Leiche. Ihm ist sofort klar, dass es der seit mehr als zehn Jahren vermisste ehemalige Mitarbeiter seiner Firma ist. Um Schwierigkeiten zu vermeiden, hält er den Fund geheim.

Ein fataler Fehler, denn nun wird er bald schon selbst zum Hauptverdächtigen. Für die Polizei ist der Fall quasi schon gelöst. In seiner Not macht sich der Firmenchef die junge, ehrgeizige Journalistin Greta Schönherr zunutze, die er überredet, im Mordfall zu recherchieren. Greta wittert eine Story, die sie beruflich voranbringen könnte, und so lässt sich die ehrgeizige junge Frau mit gemischten Gefühlen auf den gefährlichen Deal ein.

Marion Demme-Zech und Frank Krajewski entführen in ihrem Roman „Ahrtrüffel“ die Leser, Stück für Stück, in die Welt der Trüffel. Die vielen Verstrickungen um das „Schwarze Gold des Ahrtals“ lassen die Geschichte bis zum Ende spannend bleiben.

„Ich habe mich riesig auf das Jahr gefreut. Drei Veröffentlichungen und schon konkrete Pläne für Lesungen“, berichtet die Autorin Marion Demme-Zech, von der im Februar das Buch „Glücksorte im Saarland“ erschienen ist. „Im Moment ist alles ein bisschen anders, als erwartet. Aber egal, wir machen – wie alle - das Beste daraus.“. red./am

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