Kostenloser Lotsenservice

Projekt „mobisaar - Mobilität für alle“ in Schiffweiler vorgestellt

SCHIFFWEILER Zu einer Vorstellung des Projekts „mobisaar - Mobilität für alle“ hatten Bürgermeister Markus Fuchs, Saarbahn-Projektkoordinatorin Katharina Meßner-Schalk, Daniel Bieber, Geschäftsführer vom Institut für Sozialforschung und Sozialwissenschaft (iso-Institut) und Kristina Lemke von LAG Pro Ehrenamt in den großen Sitzungssaal des Rathauses in Schiffweiler eingeladen.

Mit der Infoveranstaltung wollten sie den kostenlosen mobisaar-Lotsenservice in Bus und Bahn bekannter machen. Dieser wird aktuell schon im Regionalverband Saarbrücken, im Saarpfalz-Kreis und seit November 2017 zusätzlich im Landkreis Neunkirchen – hier mit Unterstützung der Diakonie Saar – angeboten. Bis 2019 soll der Service saarlandweit verfügbar sein.

Kathleen Schwarz vom iso-Institut betonte, dass immer mehr Menschen aufgrund des demografischen Wandels auf Unterstützung im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen sind: „Das Saarland ist vom demografischen Wandel mehr als andere Regionen betroffen. Bis 2030 wird die Zahl der über 75-Jährigen stark zunehmen. Für diese älteren Menschen stellt die Nutzung von Bus und Bahn oft eine Herausforderung dar.“

Deshalb habe das von Bieber geleitete iso-Institut das mobisaar-Konzept entwickelt. Es gehörte im Jahr 2015 zu den fünf Siegern des Wettbewerbs „Innovationen für Kommunen und Regionen im demografischen Wandel“ des Bundesbildungsministeriums.

Den Lotsenservice von mobisaar stellte Katharina Meßner-Schalk in ihrem Vortrag vor: „Wer sich unsicher bei der Nutzung von Bus und Bahn fühlt, etwa weil er schlecht sieht oder hört, im Rollstuhl sitzt oder einen Rollator benötigt, kann sich von den haupt- oder ehrenamtlichen mobisaar-Lotsen unterstützen lassen.“

Die mobisaar-Lotsen helfen beim Ein- und Aussteigen und bringen Fahrgäste auf Wunsch auch von der Haustür bis zum Zielort und wieder zurück. „Ziel ist es, den Fahrgästen eine selbstbestimmte Mobilität zu ermöglichen“, so Meßner-Schalk. Zugangs- und Nutzungshemmnisse sollten abgebaut und das Sicherheitsempfinden bei der Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel verbessert werden.

Der Lotsen-Dienst kann per Telefon: (06898) 5004000, über www.mobisaar.de oder die mobisaar-App gebucht werden. Alles was benötigt wird, ist ein gültiger Fahrschein.

Ehrenamtler gesucht

Wie Kristina Lemke von LAG Pro Ehrenamt und Ingrid Wacht, Sozialverband VdK Saarland, ausführten, können sich auch ehrenamtliche Helfer im Projekt engagieren. Auf ihren Einsatz würden sie im Rahmen von Schulungen intensiv vorbereitet, so Wacht. „Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein, Freude und Interesse am Umgang mit älteren Menschen oder Menschen mit einem

Handicap haben“, erläuterte Lemke. „Wichtig sei auch ein höfliches Auftreten, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft an Schulungen teilzunehmen.“

Interessierte können sich telefonisch melden bei LAG Pro Ehrenamt, (0681) 93859743, dem Sozialverband VdK, (0681) 58459-402 oder der Bahnhofsmission / Diakonie Saar, (0681) 91032172.

Bürgermeister Fuchs hob hervor: „Auf welchen Wegen und mit welchen Mitteln wir uns fortbewegen können, prägt nicht nur unseren Alltag, sondern macht auch die Lebensqualität und die Attraktivität unserer Gemeinde aus. Ich freue mich deshalb, dass mit unserer Unterstützung das Projekt mobisaar hier vor Ort angeboten wird. Es trägt den Herausforderungen des demografischen Wandels in vorbildhafter Weise Rechnung, in dem es Menschen mit Mobilitätseinschränkung die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtert.“red./eck

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