Kopfskulptur in der Kapelle

Werk von Genc Mulliqi ausgestellt

KLEINBLITTERSDORF Am KulturOrt Wintringer Kapelle auf dem Wintringer Hof ist im Jahresverlauf ein neues Kunstprojekt zu sehen: „Fenster inzwischen den Welten“. Dabei handelt es sich um eine Skulptur aus gebranntem Ton in Form eines Kopfes, die der albanische Bildhauer Genc Mulliqi im Rahmen eines Aufenthalts als Gastkünstler im Saarbrücker Kulturzentrum am EuroBahnhof geschaffen hat.

Genc Mulliqi übersetzt in seiner Skulptur den Blickwechsel zwischen dem dunkleren Innenraum der Kapelle und dem hellen Außenraum, der durch die Fensteröffnungen auf die Augen wie ein Sog hinaus in Richtung Himmel und Natur wirkt. Seinen Fokus legt er auf das Chorfenster der Wintringer Kapelle, das hinter dem Altar nach Osten orientiert ist und den Blick auf einen seltenen Mammutbaum frei gibt.

Im Bereich des Hinterkopfes seiner Skulptur findet sich daher eine Miniatur dieses Chorfensters an zentraler Stelle wieder. Bewusst wählt Mulliqi diese Stelle am Hinterkopf als Bindeglied. So deutet er an, dass die Wahrnehmung des Menschen keineswegs allein durch das Sehvermögen beeinflusst wird, sondern oftmals zu irrealen Wahrnehmungen und entsprechendem Handeln führt.

So ist auch zu verstehen, dass in seiner Kopfskulptur die Darstellung der Augen gänzlich fehlt. Über die Sinne und das innere Auge entstehen andere Bilder. Dies deutet der Künstler durch die Ornamentik an, die sich an die Darstellung des Fensters anschließen und die Schädeldecke bildreich öffnen.

red./tt

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