Kontinuität in der Kinderchirurgie

Marienhaus Klinikum Saarlouis: Chefarzt Aspenleiter ist Nachfolger von Dr. Specht

SAARLOUIS Vor mehr als 25 Jahren kam er von der Berliner Charité in die damalige St. Elisabeth-Klinik, baute die Kinderchirurgie auf und begründete zusammen mit seinem Team den exzellenten Ruf der Klinik, der weit über Saarlouis und das westliche Saarland hinausreicht.

Ende März ist Privatdozent Dr. Uwe Specht in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Mitte Mai wurde er feierlich verabschiedet und sein Nachfolger, der über viele Jahre sein engster Mitarbeiter war, Eduard Aspenleiter, begrüßt. Mit der Berufung Aspenleiters setzt der Träger nach den Worten von Geschäftsführer Dr. Klaus-Peter Reimund bewusst auf Kontinuität.

Specht ist gebürtiger Berliner, hat an der berühmten Charité Medizin studiert; erlernte am Bezirkskrankenhaus in Berlin-Bruch die Kinderchirurgie; wurde (das gab es damals in Westdeutschland gar nicht) 1983 Facharzt für Kinderchirurgie; kehrte an die Charité zurück und habilitierte sich dort. Eine wissenschaftliche Karriere kam für ihn letztlich aber nicht in Frage, er wollte als Chirurg arbeiten, und das auch noch bei einem christlichen Träger.

So kam Specht nach Saarlouis, „überzeugte die Menschen, dass Sie der Richtige waren, und sich selbst davon, dass Sie hier am richtigen Ort waren“, so Klaus-Peter Reimund in seiner Laudatio. Dabei waren die Rahmenbedingungen alles andere als ideal: Dr. Uwe Specht musste die Klinik drei Jahre lang als Arzt quasi im Alleingang managen.

Hierfür, so Reimund weiter, habe er von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „alle Unterstützung dieser Welt“ bekommen. Und das sei neben allem fachlichen Können sicherlich ein wesentlicher Grund mit für den Erfolg der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie.

Die Klinik – sie ist die einzige Kinderchirurgie im Saarland – hat sich in den gut 25 Jahren unter der Leitung von Privatdozent Dr. Uwe Specht nicht nur einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Sie hat in dieser Zeit auch einen grundlegenden Wandel durchgemacht. Denn viele operative Eingriffe werden mittlerweile ambulant durchgeführt. Und die Verweildauer hat sich auch hier drastisch verkürzt. Gleichwohl gelingt es, jedem Kind beziehungsweise jedem Jugendlichen eine Behandlung angedeihen zu lassen, die seinem Entwicklungsstadium entspricht. Das ist eine Leistung des ganzen Teams, schließlich sind Kinderheilkunde und Kinderchirurgie vor allem auch eine beobachtende Medizin.

Eduard Aspenleiter ist seit vielen Jahren Teil dieses Teams und war auch der erklärte Wunschkandidat von Uwe Specht für seine Nachfolge. Während es Specht von Berlin nach Saarlouis verschlagen hat, ist die Odyssee von Eduard Aspenleiter deutlich länger: In Kasachstan geboren (seine Vorfahren waren im 19. Jahrhundert aus Bad Bergzabern nach Russland ausgewandert), wuchs er im Kaukasus auf, studierte in Tomsk in Sibirien Medizin – genauer gesagt Kinderheilkunde; denn in der ehemaligen Sowjetunion musste man sich schon zu Beginn des Studiums festlegen, welche Fachrichtung man einschlagen will. Und Eduard Aspenleiter wollte Kinderchirurg werden.

1993 kam Aspenleiter nach Saarlouis, absolvierte ein Praktikum in der Kinderchirurgie, arbeitete dann jahrelang in der Chirurgie; machte den Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie und kehrte 2003 als Funktionsoberarzt in die Kinderchirurgie zurück.

Er ist Facharzt für Kinderchirurgie und war in den letzten zehn Jahren Vertreter von Uwe Specht.

„Mehr Kontinuität gibt es kaum. Um die Zukunft der Klinik muss uns also nicht bange sein“, resümierte Klaus-Peter Reimund. Zumal Aspenleiter der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie mit der Kindertraumatologie einen weiteren Schwerpunkt hinzufügen wird. red./am

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