Konkrete Ziele der Integration benennen

Sprecher des Integrationsbeirats kritisiert Koalitionsvertrag und Stadtpolitik

SAARBRÜCKEN CDU, Grüne und FDP haben sich im September 2019 auf einen Koalitionsvertrag verständigt, der den Anspruch erhebt, Saarbrücken als „Stadt für alle“ weiterzuentwickeln. Dem Sprecher des Integrationsbeirats der Landeshauptstadt, Lamine Conté, reicht das nicht aus. Er verweist zwar auf den Text der Vereinbarung, wonach Migrantinnen und Migranten „vor besonderen sozialen Herausforderungen“ stehen und die Vertragspartner „eine besondere Verantwortung“ für diese übernehmen wollen. Doch Conté will vor allem konkrete Zusagen.

Im Gespräch mit dem

WOCHENSPIEGEL verweist er darauf, dass 19 Prozent der Einwohner Saarbrückens keinen deutschen Pass besitzen. Hinzu komme der hohe Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Sie alle würden durch den Integrationsbeirat vertreten, so Conté. Um so unverständlicher ist es für ihn, dass in der Koalitionsvereinbarung nur vage davon gesprochen wird, wie man die Situation der Migrantinnen und Migranten verbessern will. Denn für den Sprecher des Integrationsbeirats steht fest: „Wir haben massive Integrationsprobleme!“ Und dass OB Uwe Conradt dem Thema keinen Raum bei seiner Neujahrsrede im E-Werk gewidmet hat, kommentiert Lamine Conté mit den Worten: „Das verunsichert uns.“

Dabei räumt er ein, dass man Menschen mit Migrationshintergrund, die nach Saarbrücken kommen, zunächst gezielt anspricht. Es werde nach ihrer Ankunft viel geleistet. Aber die Unterstützung müsse fortgesetzt werden. Konkret nennt Conté hier das Wohnungsproblem beim Namen.

Er appelliert an die Politik in der Landeshauptstadt, den Integrationsbeirat als politischen Partner zu sehen und das Gespräch zu suchen. Ziel sei es, gemeinsam auf eine Resolution im Stadtrat hinzuwirken, in der konkretisiert wird, „was man vorhat mit den Menschen mit Migrationshintergrund“. Dabei müssten konkret messbare Ziele definiert werden.

Darüber hinaus spricht sich Lamine Conté für die Einrichtung eines „Welcome Center“ in Saarbrücken aus. Dort könnten dann Migrantinnen und Migranten, die schon länger in Saarbrücken ansässig sind, Neuankömmlingen beratend zu Seite stehen.tt

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