„Kohlenhund“

Autorenlesung mit Andreas Drescher in Schwalbach

SCHWALBACH Andreas Drescher liest am Freitag, 15. März, 19 Uhr, im Rathaus Schwalbach aus seinem Roman „Kohlenhund“. Der Eintritt ist frei. Die Handlung spielt zu großen Teilen in Schwalbach, Dreschers Heimatort.

Im vergangenen Sommer 2018 erschienen, ist das Buch auf regionale und überregionale Aufmerksamkeit gestoßen.

Der Roman basiert auf der Lebensgeschichte von Dreschers Großvater, den er im Buch Albert Grün nennt.

Albert, 1910 „als Deutscher geboren“, wird als Sohn eines Elsässers durch den Versailler Vertrag Franzose, tritt während des Abstimmungskampfes um die Rückgliederung der Saar ans Deutsche Reich in die SA ein, verliert 1935, nach dem Wiederanschluss, dennoch seinen Arbeitsplatz und versucht vergeblich, sich in Metz als Nähmaschinen-Vertreter durchzuschlagen.

Nach der Rückkehr in sein Heimatdorf erwarten ihn zwei Jahre Arbeitslosigkeit: „Noch die Straßen zu deutsch, als dass ich sie hätte kehren dürfen!“

So beantragt er die deutsche Staatsbürgerschaft, erhält sie 1938 und zieht 1940 für „Preußen“ in den Krieg: Russland, Italien, Gefangenschaft, Heimkehr 1947.

Dort sucht ihn die Sûreté als Deserteur, weil er 1933, während seiner französischen Wehrdienstzeit, auf die Trikolore geschworen hat.

Zu Grüns Glück hat seine Frau alle belastenden Papiere im Hühnerstall vergraben. Dennoch wagt er sich sein ganzes Leben lang nicht mehr nach Frankreich, immer in der Angst, „doch noch mal an die Wand gestellt zu werden.“

Michael pendelt nun hin und her zwischen Stadt und Dorf, Mitleid für und Erschrecken vor seinem Großvater. Immer stärker ist er den Bildern ausgesetzt, die Alberts Geschichten, Träume und dessen näher rückender Tod in ihm aufrufen.

Der Roman „Kohlenhund“ ist in der Edition Abel erschienen

red./am

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