Klavier-Soiree am Saarpolygon

Bleibende Eindrücke beim Konzertabend mit Sebastian Voltz auf der Bergehalde

ENSDORF Ein außergewöhnliches musikalisches Ereignis fand auf der Bergehalde Duhamel in Ensdorf statt.

150 Meter hoch über dem Saartal, vor der beeindruckenden Kulisse des Saarpolygons, gestaltete der saarländische Pianist Sebastian Voltz eine Klavier-Soiree. Hierzu wurde eigens ein Flügel auf die Bergehalde gebracht.

Volker Hagelstein, Vorstandsmitglied des Fördervereins BergbauErbeSaar, begrüßte die Anwesenden zum sommerabendlichen Konzert, das als erste Kulturveranstaltung am Saarpolygon Premierencharakter hatte.

Vor dem Konzert war der überwiegende Teil der Besucher über einen Spaziergang hinauf zum Haldenplateau gelangt. Wer nicht so gut zu Fuß war, konnte einen bereitstehenden Bus nutzen.

„Hell und dunkel“ lautete das von Sebastian Voltz für den Abend gewählte Thema – passend zum sich nähernden Sonnenuntergang im ersten Teil des Konzerts und zum aufgehenden Mond im zweiten Teil nach der Pause.

Die Besucher erlebten während der musikalischen Darbietung des Künstlers ganz unterschiedliche Stimmungen, anfangs das im Sonnenlicht vorherrschende Helle, Heitere und Lebhafte des Tages – später im Antlitz des Mondes das eher Dunkle, Verhaltene und Magische der Nacht, geschickt durch die Tonarten „Dur und Moll “ verstärkt.

Das Publikum verfolgte sichtlich beeindruckt, wie Sebastian Voltz als Pianist und Komponist frühe klassische und romantische Werke seinen eigenen Kompositionen kontrastreich gegenüberstellte. So folgte gleich zu Beginn des Konzerts einer Jahrhunderte alten Scarlatti-Sonate die Eigenkomposition „Licht“.

Im weiteren Verlauf lieferte Voltz den überzeugenden Beweis, das scheinbar unvereinbare, konträre musikalische Stilrichtungen durch einfühlsame Improvisation miteinander verbunden werden können, ohne dabei einen totalen Stilbruch herbeizuführen.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurde es in den Zuschauerreihen immer stiller. Gebannt lauschte man im Licht des Vollmonds besinnlichen Klängen, wie Debussys „Clair de Lune“ oder der Huldigung „An den Mond“ eines unbekannten Komponisten. So manche empfanden diesen Teil des Abends als ergreifend.

Sebastian Voltz selbst sprach nach dem Konzert von einem für ihn unbeschreiblichen Gefühl, an einem solch besonderen Ort wie der Bergehalde zu spielen: „Etwas zu kreieren, was es nur einmal in dieser Situation gibt, das vergisst niemand mehr“. red./am

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