Keine Tontonwahl in diesem Jahr

Vergabe-Gremium befürchtet „Verwechselungsgefahr“ wegen der Coronamasken

SAARLOUIS Die Corona-bedingte Maskenpflicht ist verantwortlich dafür, dass in diesem Jahr kein neuer Tonton gekürt wurde: Die Gefahr von Verwechslungen sei einfach zu groß, beklagen die Sprecher des Tonton-Gremiums Kuni L. Both und Gabriel Mahren in einem schelmischen Statement.

„Wegen der Corona-Pandemie werden die Tontons in diesem Jahr keinen Preisträger küren. Das hängt keineswegs damit zusammen, dass weniger geflunkert worden wäre. Die Maskenpflicht hat jedoch sowohl den Findungs- als auch den Entscheidungsprozess erheblich beeinträchtigt. Das Erkennen eines Tontons beruht nämlich vor allem auf langer, präziser Beobachtung und persönlicher Erfahrung mit einer Kandidatin oder einem Kandidaten.

Schon bei der obligatorischen jährlichen Wahlversammlung, so Both und Mahren, sei wegen der Maskierung und der schummrigen Kneipenbeleuchtung nicht ganz klar gewesen, wer eigentlich mit am Tisch war. Zudem herrschte erhebliche Unstimmigkeit darüber, wem im vergangenen Jahr welche Flunkereien zuzuschreiben waren.

„Wegen der Maskenpflicht konnte man sich in diesem Jahr nie ganz sicher sein, wer einen gerade hinters Licht führte – das Abstandsgebot tat ein Übriges.“

Auch der Ausfall eines wichtigen Tonton-Mediums wirkte sich Both und Mahren zufolge äußerst ungünstig auf die Entscheidungsfindung aus: „Die Altstadttresen und Buffets waren in einer entscheidenden Phase nicht zugänglich“.

Einig waren sich die Tontons darin, dass Unwahrheiten auch hinter Masken Unwahrheiten bleiben. Zu einer Tontonwahl gehört aber Transparenz. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, wer hinter den ganzen Unwahrheiten steckt. In diesem Sinne vertagte sich das erlauchte Gremium (wer immer mit dabei war) mit dem Versprechen im nächsten Jahr mindestens zwei Tontons zu wählen.“

red./am

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