Keine gemeinschaftlichen Taufen 2020

Für das Jahr 2021 können sich Interessierte für Wasserfalltaufen anmelden

ZWEIBRÜCKEN Die Zweibrücker Familienpfarrerin Elisabeth Becker hat in Corona-Zeiten nach Alternativen gesucht, Kinder zu taufen. Nach dem riesigen Erfolg ihrer ersten Wasserfalltaufe im Pfarrgarten hinter der Karlskirche, bei der im letzten Jahr 13 Kinder und zwei Erwachsene in einer berührenden Zeremonie das Sakrament empfingen, gab es für 2020 bereits 17 Anmeldungen. Lange hoffte die engagierte Seelsorgerin, dass eine Outdoor-Veranstaltung im Sommer möglich wäre.

„Die Auflagen waren so hoch, dass wir die Zeremonie nicht kindgerecht hätten durchführen können, weil alle an bestimmte Plätze gebunden gewesen wären“, begründet sie ihre endgültig Absage für die Gemeinschaftsveranstaltung. Das Gros der Kinder sei im Kindergartenalter zwischen drei und fünf Jahren gewesen. „Die kann und will ich nicht an einen Platz binden, sie sollen im Mittelpunkt stehen und bei einem Erlebnis-Mitmach-Gottesdienst Freude erfahren statt Reglement“, beschreibt sie ihre Vision für die jungen Christenmenschen.

Doch stattdessen beschritt Elisabeth Beck neue Wege: Von Dekan Peter Butz erhielt sie die Erlaubnis zur Haustaufe und bot diesen Service an. Ihre Überlegung: „Was ist kindgerechter, als eine Taufe im eigenen Umfeld?“ Von den fünf angefragten Gartentaufen fielen zwei letztlich aus familiären Gründen aus, doch dreimal rückte die Familienpfarrerin aus, um Kinder im Garten oder auf dem großen Grundstück der Großeltern zu taufen. Da dies meist auf dem Land stattfand, „wilderte“ sie bei gleich zwei Kollegen, doch diese seien damit gerne einverstanden gewesen.

Begleitet von ihrem sprechenden Kater Carlos brachte sie neben dem göttlichen Segen auch viel Spaß in die Familien. Da selbst hier das Singen unter Strafandrohung stand, wurden die Lieder zur CD von allen pantomimisch dargestellt. Im Vorfeld hatte sie ein Bild von ihrem Wasserfall zugesendet. „Einmal floss das Wasser wie aus dem Baum, einmal hat der Opa sogar ein Dach darüber konstruiert, ein anderes Mal haben die Großeltern eigens einen Brunnen installiert. Nachhaltig auch der gepflanzte Apfelbaum, an den Paten und Familienangehörige ihre Fürbitten für das Kind auf Papieräpfeln oder Papierwolken geschrieben aufhängten und daraus einen Wünschebaum gestalteten.

Das Miteinander in den Familien, die im privaten Rahmen jeweils ein Fest für die Täuflinge veranstalteten, hat Elisabeth Beck sehr berührt. Ansonsten ist ihr wichtig, eine Taufe im Gottesdienst gerade auch öffentlich zu feiern, um das Kind gleich in die Gemeinde einzuführen. Auf Grund der Abstandsregelung sei dies jedoch gerade bei großen Familien nicht möglich gewesen, weshalb sie keine Kirchentaufen hielt.

Die übrigen Familien hätten bereitwillig auf das nächste Jahr verschoben, wo es auf Grund der vielen Anfragen gleich zwei Termine für Wasserfalltaufen an der Karlskirche geben soll, einmal am Samstagnachmittag und einmal am Sonntagvormittag. Für den Termin 10./11. Juli 2021 können sich Interessierte bereits anmelden bei Elisabeth Beck, E-Mail elisabeth.beck@evkirchepfalz.de.cvw

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