Kaviar trifft Currywurst

Vier Veranstaltungen ausverkauft: Theaterfreunde Oberesch begeistern ihr Publikum

OBERESCH „Kaviar trifft Currywurst“ lautet der Titel der jüngsten Aufführung der Theaterfreunde Oberesch. In der turbulenten Verwechslungskomödie von Winnie Abel geht es um den schönen Schein der Spitzengastronomie.

Die Oberescher Laiendarsteller begeisterten ihr Publikum mit hervorragendem Spiel und rasantem Wortwitz. Alle vier Vorstellungen im Dorfgemeinschaftshaus waren restlos ausverkauft.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht Erna Wutschke, hervorragend gespielt von Marlene Lauer. Sie muss innerhalb von 24 Stunden ihre heruntergekommene Eckkneipe in ein Edel-Lokal verwandeln, denn ihr neureicher Cousin alias Michael Engel hat seinen Besuch angekündigt. Damit er ihr Geld für die Kneipe leiht, hatte Erna ihm vor Jahren erzählt, sie betreibe ein gut laufendes Edel-Restaurant.

In Wirklichkeit aber hat sie eine schlecht laufende Eckkneipe namens „Armes Würstchen“. Jetzt muss die bodenständige Erna plötzlich so tun, als sei sie eine Spitzengastronomin und der beschaulich triste Kneipenalltag steht auf dem Kopf.

Die einfältige Stammkundin Sandy (Jenny Lauer in einer Paraderolle), die sonst in der Kneipe ihren Frühschoppen einnimmt, muss in die Rolle der feinen Kundin schlüpfen. Ernas tollpatschiger Lebensgefährte „Blümchen“ (Albert Wender) jagt als piekfeiner Kellner von einer Katastrophe in die nächste. Der schweigsame Stammgast Heini (Joshua Pawlak) weigert sich standhaft, seine Kneipe zu verlassen, und Ernas missgünstiger Nachbargastronom Wolfi (Albert Kerber) setzt ihr Ungeziefer im Lokal aus.

Was folgt, ist ein rasend lustiges Verwechslungsspiel, bei dem schief läuft, was nur schieflaufen kann. Mit vielen Ideen und Ausflüchten scheint es Erna trotzdem zu gelingen, ihren Cousin von dem „Edel-Lokal“ zu überzeugen.

Doch als dieser dann auch noch eine Testerin (Tanja Winter) vom Magazin „Der Feinschmecker“ ankündigt, bricht in Ernas vermeintlichem Edel-Restaurant das komplette Chaos aus.

Erneut haben die Oberescher Theaterfreunde ein gutes Händchen bei der Auswahl des kurzweiligen Stücks bewiesen. Die Liebe zum Detail war in allen Bereichen spürbar, sowohl beim Bühnenbild als auch bei den Kostümen.

Melanie Engel präsentierte als Bürgermeistergattin Annabell ausgefallene und futuristische Kleider aus Papier, Tüll und Plastik, die sie selbst kreiert hatte. Im Hintergrund waren wieder viele fleißige Hände am Werk, die einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Aufführung leisteten.

Das Bühnenbild war ein Gemeinschaftsprojekt, für die Maske war Renate Senf zuständig, für die Requisiten Gerlinde Scholtes.

Als Souffleuse war Theresia Zenner im Einsatz und das Plakat gestaltete Patrick Thalhammer. red./am

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