„Katzenjamma“ & „Blütenhäkeln“

„Katzenjamma“ & „Blütenhäkeln“

Was ist der Frühling? Ankündigung, Anfang, Wiedergeburt? Schneeglöckchen läuten ihn ein. Die ersten Sonnentage lassen die Knospen sprießen. Wenn die Bäume das Blätterdach schließen, jubelt die Natur. Die saarländische Schriftstellerin Vera Hewener hat ihre neuesten und ausgesuchte Gedichte über den Frühling in einem Buch zusammengetragen.

Unter dem Titel „Oh Frühling, komm!“ erwartet die Lesenden ein bunter Reigen malerischer Frühlingspoesie vom Beginn der Vorfrühlingszeit, dem Erwachen der Natur bis hin zum Rausch der Farben in der Natur, in Stadt und Land.

Achtsam nimmt die Dichterin die Eindrücke auf, etwa wenn sie durch den Beruser Forst spaziert und die heilige Oranna singen hört, das Liebesritual der Schwäne auf der Saar bestaunt, der Natur beim „Blütenhäkeln“ zuschaut oder einen Zwergschnauzer beim Kaffeekränzchen beobachtet.

Auch die moselfränkische Mundart kommt vor. Im Gedicht „Katzenjamma“ heißt es: „Òm Mòjen leit de Sunn in Wolkenneschtan./ Se is noch miid, de Strahlen noch nit wach“. Was überrascht ist der selbstverständliche Umgang mit Mundartpoesie und die Verwendung der dichterischen Form des Sonetts. Mehr noch, die ursprünglich in moselfränkisch verfassten Gedichte hat die Sprachspielerin mühelos ins Hochdeutsche übertragen, ein Zeugnis ausgereifter ­Sprachkunst.

Das Buch lädt zum Innehalten ein, zum Eintauchen in die Natur und zur Achtsamkeit, kurzum Poesie für schöne Stunden. Und besonders in Coronazeiten eine Auszeit von Maßnahmen und Konflikten, eine Insel seelischer Erbauung und Entspannung.

Info: Oh Frühling, komm! Natur, Stadt & Land. Die schönsten Frühlingsgedichte. Vera Hewener. ISBN 9783753439594, mit Schwarz-Weiß-Grafiken. red./dos

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de