Kamin-/Taken- und Ofenplatten

Erschließung der „Eisernen Archive“ in der Großregion gestartet

Landkreis Saarlouis. Zum ersten Mal hat sich eine Gruppe von Fachleuten in einem grenzüberschreitenden Projekt zusammengefunden, um die Bestände an gusseisernen Kamin-/Taken- und Ofenplatten in den Museen der Großregion zu erfassen und in einem bilingualen Buch zu dokumentieren.

Getragen wird das Vorhaben von dem INTERREG-Programm V A Großregion, einer Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, welches grenzüberschreitende Kooperationen zwischen lokalen und regionalen Partnern aus den verschiedenen Gebieten der Großregion fördert. Mittels dieser verstärkten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit soll der wirtschaftliche, soziale und territoriale Zusammenhalt des großregionalen Raums gestärkt und eine Verringerung der grenzbedingten Hemmnisse erzielt werden. Die Projektpartner sind drei Vereine, aus dem ­Saarland, dem Departements Moselle und Luxemburg.

Ziel des großangelegten Projektes ist es, anhand der bebilderten Gussplatten die gemeinsame Geschichte der Menschen der Großregion zu erzählen. Das Buch soll einen Beitrag zur Schaffung einer gemeinsamen Identität leisten. Es soll die gusseisernen Platten mit ihrer sozial inklusiven Botschaft den Menschen wieder ins Bewusstsein rufen, als ein sie miteinander verbindendes Kulturgut.

Die Aufgabe an die Projektteilnehmer ist dabei gewaltig. Denn der größte Teil der etwa 3 000 Exponate umfassenden Bestände befindet sich – teilweise bereits seit Ende des 18. bzw. Beginn des 19. Jahrhunderts, als man die Erhaltungswürdigkeit der Kulturgüter erkannte – nicht aufbereitet und dokumentiert in über 40 musealen Depots. Dieser Umstand erfordert eine hohe Kooperationsbereitschaft der kulturellen Akteure in den verschiedenen Ländern der Region. Daneben gibt es eine große Anzahl von kulturhistorisch bedeutsamen Sammlungen in privater Hand, die es gilt, über die Presse ausfindig zu machen, um diese Bestände im Projekt miterfassen zu können.

Dabei ist der Zeitrahmen für das Projekt mit 18 Monaten eng gesteckt. Bereits im Juli 2022 soll das Werk der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Kontakt

Dr. Matthias Kremer, Parkstraße 47, 66763 Dillingen, Tel. (01 60) 5 55 12 95. red./jb

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