Junge Literatur-Show im Netz

„Papierstau Podcast“: Buchbesprechungen aus dem Saarland trenden im Internet

SAARBRÜCKEN Neuigkeiten und Debatten aus der Welt der Literatur und spannende Buchtipps: Jede Woche produziert das Team des „Papierstau Podcast“ eine rund einstündige Sendung. „Wir basteln täglich an unseren Themen und Inhalten“, so Meike Stein aus Saarbrücken.

„Was ist los auf dem Buchmarkt? Welche Bücher besprechen wir, welche Schwerpunkte setzen wir, welche Autorinnen und Autoren fragen wir für Interviews an? Unsere WhatsApp-Gruppe glüht, heute kam die erste Nachricht von Robin um 2:37 Uhr am Morgen.“ Redaktionsleiter Robin Schneevogt hält die Fäden zusammen und kümmert sich um die Technik: „Über das Netz erreichen wir unser Publikum, das sich hauptsächlich aus literaturaffinen Hörerinnen und Hörern bis 35 zusammensetzt, aber wir haben auch viele ältere Abonnenten. Gute Bücher sind eben gute Bücher, egal, wie alt man ist.“

Mehr als 140 Folgen seit 2016 realisiert

„Papierstau Podcast“ gibt es seit 2016. Mittlerweile sind über 140 Folgen, inklusive Spezialausgaben und Interviews, über Spotify, Apple und die Website der Sendung abrufbar. Pro Monat hat die Literatursendung rund 2 000 Hörerinnen und Hörer, die Instagram-Seite mehr als 3 200 Follower – Tendenz in beiden Fällen steigend.

Die Show gehört zu den Top-Literaturpodcasts auf Spotify, dem Marktführer unter den Streaming-Anbietern. Dabei ist die Sendung eine unabhängige, privat produzierte Show, die Podcaster setzen sie in ihrer Freizeit um. In ihrem wöchentlichen Programm diskutieren sie neben aktuellen Geschehnissen aus der Welt der Literatur immer drei Bücher, geben profunde Einblicke in Inhalte und Hintergründe der Werke und diskutieren diese mit Leidenschaft und viel Liebe zum Detail.

Das dritte Mitglied des Podcast-Teams ist Anika Falke: „Unser Lesepensum ist mittlerweile mehr oder weniger außer Kontrolle“, erzählt sie lachend. „Unser Anspruch ist es, neue, spannende Literatur aufzustöbern und nicht den Trends oder Verkaufszahlen hinterher zu hecheln.“

Im Fokus stehen vor allem junge, mutige Debüts, internationale Neuerscheinungen und Bücher, die Leserinnen und Leser durch formale Innovationen und außergewöhnliche Inhalte herausfordern. Generell sei es ein Fehler, das Publikum zu unterschätzen, so Meike Stein: „Wenn wir ungewöhnliche Bücher vorstellen, etwa Tanya Tagaqs experimentellen Roman „Eisfuchs“ über das Aufwachsen eines Inuit-Mädchens im Norden Kanadas, bekommen wir sehr viele Reaktionen – die Leute wollen interessante, neue Geschichten hören und nicht mit leicht verdaulicher Trivialliteratur abgespeist werden.“

Spezialfolgen und Interviews mit Autoren

Spezialfolgen zu besonderen Anlässen sowie Interviews runden das Portfolio des Podcasts ab. „Es ist natürlich eine besondere Freude, bei Büchermenschen wie der Übersetzerin Ursula Gräfe oder dem Debütautor Cihan Acar durchzuklingeln und mit ihnen über ihre Arbeit zu sprechen“, erzählt Meike Stein. „Aber auch Spezialfolgen wie unsere Ausgabe zur amerikanischen Beat-Literatur stoßen auf großes Interesse.“

Bis Ende des Jahres hat das Podcast-Team bereits eine ganze Reihe spannender Neuerscheinungen, Spezials und Interviews geplant.

Im Internet findet man die Show unter der Adresse papierstaupodcast.de. Kontakt zur Redaktion in Saarbrücken ist über meike@

papierstaupodcast.de möglich. Robin Schneevogt und Anika Falke sitzen in Münster und Hannover.red./tt

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