Jüdisches Leben in der Kreisstadt

Verein „Wider das Vergessen“ verteilt Flyer an alle St. Wendeler Haushalte

St. Wendel. In diesem Jahr werden „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gefeiert und der Verein „Wider das Vergessen und gegen Rassismus“ Marpingen möchte darauf hinweisen, dass es auch in der Kreisstadt St. Wendel eine lange jüdische Tradition gab, die am 22. Oktober 1940 mit der Deportation der letzten vier jüdischen St. Wendeler Bürger nach Gurs endete.

Aus diesem Grunde und auch um die St. Wendeler Bürger über die jüdische Geschichte der Kreisstadt zu informieren, hat der Verein einen 18-seitigen Flyer erstellt, der an alle Haushalte der Kreisstadt in einer Auflage von 12250 Exemplaren verteilt wird.

Der ganz in gelb gehaltene Flyer soll in der gebotenen Kürze darüber informieren, welch ein außergewöhnliches jüdisches Leben sich von Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang der 1930er Jahre des vorigen Jahrhunderts in der Kreisstadt entwickelt hatte. In dem Flyer wird überblickartig über die jüdische Geschichte St. Wendels informiert.

Man kann unter anderem lesen, wie groß die jüdischen Gemeinden im Kreis St. Wendel waren, welche jüdischen Unternehmen, von denen einige näher dargestellt werden, es in der Kreisstadt gab, wo ihre Standorte waren, wo ihre Eigentümer wohnten und welches Schicksal sie in der NS-Zeit erleiden mussten.

Es wird an die Zerstörung der Synagoge am 10. November 1938 erinnert und alle jüdischen St. Wendeler, die im Zuge der Shoah ermordet wurden, werden beim Namen genannt.

Der Verein spricht in dem Flyer auch die Bitte an die Stadt aus, ihre jüdische Geschichte umfassend erforschen zu lassen und möglicherweise an einem zentralen Ort namentlich ihrer im Zuge der Shoah ermordeten jüdischen Mitbürger zu gedenken. red./hr

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