Jubiläum der Franziskanerinnen

Ordensfrauen seit 150 Jahren in Völklingen und seit 125 Jahren im eigenen Haus

VÖLKLINGEN Ein seltenes Jubiläum feiern die Waldbreitbacher Franziskanerinnen und mit ihnen die Marienhaus Unternehmensgruppe in Völklingen: 2018 jährt sich zum 150. Mal der Tag, an dem die Waldbreitbacher Franziskanerinnen nach Völklingen kamen. Gleichzeitig ist es 125 Jahre her, dass sie hier ihr erstes eigenes Haus errichteten.

Ministerpräsident Tobias Hans dankte bei der offiziellen Jubiläumsfeier den Ordensschwester für ihr langjähriges Engagement in Völklingen. Ihr Handeln basiere auf christlichen Werten, Barmherzigkeit und Solidarität mit Armen und Kranken zeichne ihr Tun aus.

In seinen Dank an den Orden und den Träger schloss Tobias Hans die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hauses ausdrücklich mit ein. Hans machte deutlich, dass es eine ganz zentrale Zukunftsaufgabe sei, die Pflege zu stärken und den Pflegenden vernünftige Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung zu verschaffen.

Es hätte übrigens nicht viel gefehlt und die Filiale in Völklingen wäre eine kurze Episode in der Ordensgeschichte geblieben. Denn die Schwestern, die 1868 nach Völklingen gekommen waren, um im Knappschaftskrankenhaus die Krankenpflege zu übernehmen, wurden 1885 nach Waldbreitbach zurückgerufen, weil es unüberbrückbare Schwierigkeiten mit der Leitung des Knappschaftskrankenhauses gab.

Zum Glück aber, so erinnerte Dr. Heinz-Jürgen Scheid, der Vorsitzende des Vorstandes der Marienhaus Stiftung, in seinem Grußwort, kehrten die Schwestern 1892 nach Völklingen zurück. In der Kirchengemeinde St. Eligius übernahmen sie die ambulante Krankenpflege.

Außerdem richteten sie in dem Haus, in dem sie zur Miete wohnten, eine Nähschule ein.

Mit der Zeit kümmerten sich die Schwestern auch um die Erziehung von Waisenkindern und gewährten alten Menschen Obdach.

Und sie werden, das unterstrich Heinz-Jürgen Scheid, dem Standort Völklingen auch in Zukunft treu bleiben. Im kommenden Jahr nämlich soll der Startschuss für den Ersatzneubau des Alten- und Pflegeheims St. Josef fallen.

Das Projekt, das mit rund 15 Millionen Euro veranschlagt ist, ist ein „klares Bekenntnis zum Standort Völklingen“.

Das erste Krankenhaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen in Völklingen wurde 1897 in Betrieb genommen. Das St. Josef-Krankenhaus muss allerdings ein sehr bescheidener Bau gewesen sein; denn bereits zehn Jahre nach seiner Fertigstellung stellte man Überlegungen für einen Neubau an, weil das Gebäude den „Forderungen der Neuzeit nicht mehr entspricht“, wie es in der Chronik heißt.

Es dauerte allerdings noch bis Anfang der 30er Jahre, bis der Neubau tatsächlich in Angriff genommen werden konnte. Die Grundsteinlegung war am 29. September 1934, dem Fest des heiligen Michael, dem Namenspatron des Krankenhauses.

Der Umzug in dieses neue Gebäude erfolgte zum Jahreswechsel 1935/36. Und das alte St. Josefshaus in der Stadtmitte wurde in ein Altenheim umgewandelt.

Das St. Michael-Krankenhaus existiert nicht mehr. 2009 übernahm die Saarländische Heilstätten GmbH (SHG) das Haus. Die Gefäßchirurgie und die Palliativstation zogen vorher allerdings noch in die St. Elisabeth-Klinik um. Das heutige Alten- und Pflegeheim St. Josef befindet sich seit 1988 in dem Gebäude mit der Adresse Nordring 4. Es bietet 146 alten Menschen ein Zuhause.

Den Anforderungen, die man heute an eine moderne Altenhilfeeinrichtung stellt, wird das Haus mittlerweile allerdings nicht mehr gerecht. Deshalb soll ein Neubau mit insgesamt 126 Pflegeplätzen entstehen – direkt nebenan auf dem Grundstück zum ehemaligen Krankenhaus hin.

Das Gebäude soll dreigeschossig sein und auf jeder Etage drei Wohngruppen beherbergen. Eine dieser Wohngruppen soll speziell für demenziell veränderte Menschen sein und einen beschützenden Charakter haben.

Darüber hinaus soll eine Tagespflege mit 15 Plätzen entstehen. Der Startschuss für das 15-Millionen-Euro-Projekt soll im Jahre 2019 fallen.

Die Marienhaus Unternehmensgruppe steht also zum Standort Völklingen. Oder, wie es Einrichtungsleiter Axel Lindemann formulierte: „Wir möchten mit Ihnen hier noch das eine oder andere Jubiläum feiern.“ red./am

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