Jetzt geht es in den Echtbetrieb

Große Freude über den neuen „Dorf-Kinder-Bus“ („Doki-Bus“) in Wehingen

WEHINGEN Gut zwei Jahre mussten die Akteure warten. Jetzt ist er nun endlich da: der Dorf-Kinder-Bus („Doki-Bus“) in Wehingen. Bis zur feierlichen Übergabe des symbolischen Schlüssels durch Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und des Zuwendungsbescheids durch Staatssekretär Roland Krämer, Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, an den Projektträger, den Förder- und Trägerverein Wehingen, war der Einsatz von vielen Beteiligten gefragt.

Ein alternatives Mobilitätsangebot

Dass es jetzt in den Echtbetrieb geht, freute neben der Landrätin und dem Staatssekretär auch den Mettlacher Bürgermeister Daniel Kiefer, Ortsvorsteher Stefan Ollinger sowie Landtagsabgeordnete, Vertreter der kommunalen Parlamente, Mitglieder des Förder- und Trägerverein Wehingen e.V. (Projektträger) sowie viele Bürger und Pfarrer Hans-Thomas Schmitt, der die Einsegnung des Fahrzeugs sehr gerne übernahm. Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure (Land, Kreis, Gemeinde und lokale Unternehmen) und dem großen Engagement von ehrenamtlich engagierten Bürgern konnte dieses Projekt umgesetzt werden.

Ab sofort haben die Ortsteile Wehingen, Bethingen, Nohn und Tünsdorf wieder einen flexibleren Kindergartenbus sowie ein alternatives Mobilitätsangebot für Senioren und mobilitätseingeschränkte Menschen.

Im Einzelnen bedeutet dies eine deutliche Verbesserung der Mobilität in den betroffenen Dörfern. Denn der „Doki-Bus Wehingen“ des Förder- und Trägervereins stellt ein alternatives Mobilitätsangebot im Bereich der Gemeinde Mettlach (Wehingen, Bethingen, Nohn und Tünsdorf) dar. Hierfür erwarb der Verein einen Neun-Sitzer-Bus, der mit Autokindersitzen ausgestattet ist.

Der Förder- und Trägerverein Wehingen bietet zukünftig Versorgungsfahrten (Einkaufen, Arztbesuche, kommunikative Treffen, usw.) im Bereich der oben genannten Ortsteile zu den Versorgungszentren Orscholz und Mettlach an. Dieses Angebot wird sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen vor Ort orientieren.

Daneben wird der „Doki-Bus“ für den täglichen Transport der Kindergartenkinder in den Kindergarten Tünsdorf eingesetzt. In den verbleibenden freien Zeiten (nachmittags und an Wochenende) steht der Bus Vereinen, Initiativen und sozialen Einrichtungen zur Verfügung und kann nach dem Carsharing-Ansatz genutzt werden.

Entwicklung der Mobilität in ländlichen Gebieten

„Der Landkreis möchte mit der Umsetzung des Projekts ,Doki-Bus‘ zusätzliche bedarfsgerechte alternative Mobilitätsangebote erproben und Schlüsse für die weitere Entwicklung der Mobilität in den ländlichen Gebieten ziehen. Denn nur so kann es uns gelingen, den Bürgern ein Lebensumfeld zu bieten, das ihre Versorgung sicherstellt“, betonte Daniela Schlegel-Friedrich. Versorgung und Mobilität sind gerade im ländlichen Raum zwei Seiten einer Medaille, die sich gegenseitig bedingen.

Finanzierung des Projekts

Das Fahrzeug wurde mit einem Teil der investiven Mittel aus dem Modellvorhaben „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ (Projektlaufzeit: Januar 2016 bis 15. September 2018, Zuwendungsgeber Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) finanziert.

Die Kosten des Fahrzeugs belaufen sich auf 35224 Euro. Der Betrieb des Busses ist durch eine Förderung aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ („Eler“) im Rahmen eines „Leader“-Projektes sowie durch Spenden gesichert. Auch Die Gemeinde Mettlach unterstützt das Projekt und übernimmt unter anderem die Kosten für anfallende Steuern bis zum Projektende.red./ti

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