Jeden Tag die Organe sauber machen

Qi Gong-Kurs mit Hui Jia im Rosengarten jeden Sonntagmorgen um 10 Uhr

ZWEIBRÜCKEN „Du wolle lang leben? Du müsse jede Woche Training in Rosengarten für dein Immunsystem stark. Ja“, bekräftigte Hui Jia. Seit vielen Jahren erfreut sich die gebürtige Chinesin mit ihrem kostenfreien Qi Gong-Kurs Sonntagmorgens um 10 Uhr im Rosengarten zunehmender Beliebtheit.

Unter den rund 50 Teilnehmern am Sonntag waren zahlreiche Stammgäste – auch Männer – vom Jugendlichen bis zu Senioren in den 80er Jahren sowie regelmäßig auch neue Gesundheitsbewusste, die sich, ihrem Körper und ihrer Seele mit Freude etwas Gutes tun wollen. Auf der großen Wiese finden mit gebührendem Abstand und Bewegungsfreiheit alle locker Raum. Manche stehen barfuß. Hui Jia erklärt: „Qi Gong ist ganz anders als Gymnastik. Wir machen Bewegung und Atem mit Organe Verbindung.“ Das gibt neue Energie, die sofort spürbar ist.

Zu Anfang werden beide Handflächen aneinander gerieben und sofort warm. Die Chinesin lässt die Ohren reiben, bis auch diese fast glühen und erklärt, dass damit der gesamte Körper angeregt wird. Bei jeder der zahlreichen Bewegungen und Übungen erläutert sie, wozu diese gut sind. Mit beiden Händen kraftvoll vom Hals bis zum Unterbauch die Vorderseite der Körpers hinab streichen und dabei ausatmen, leite das Gift aus. „Gift aus“ ist eines ihrer Hauptanliegen. „Du jeden Tag duschen, du müssen auch jeden Tag Organe sauber machen“, erklärt sie mehrfach. Wir äßen Lebensmittel, die uns nicht dienlich seien, belastet mit Umweltgiften, atmeten schlechte Luft auf der Straße und lebten im Stress – Gift für den Körper. „Wenn du jeden Tag gesund bleibst, bleibst Du glücklich“, prophezeit die Chinesin.

Wer aufmerksam zuhört, erfährt auch, wo welche Meridiane, die Körper-Energiebahnen, verlaufen und welche Organe miteinander in Verbindung stehen. So ist beispielsweise die Leber mit den Augen verbunden, die Nieren mit den Ohren, die Nase mit der Lunge, die Zunge mit dem Herzen. Die 47-Jährige, die auch für die VHS Qi Gong-Kurse anbietet, klärt auf: „Die Nieren sind deine Bank. Sie geben Deinem Körper Energie.“ In China stärkten Paare etwa ihre Nierenkraft mit Qi Gong-Übungen und bestimmter Ernährung, bevor sie ein Kind zeugten. Dehnübungen und Drehungen, um die Bandscheiben gesund zu erhalten, extreme Drehbewegungen, wie wenn man ein Handtuch auswringt, um die Nierenkraft zu stärken und Klopfmassagen für die Herzgesundheit gehören zu dem abwechslungsreichen Programm.

Mit kleinen und vor allem lautstarken Übungen aus dem Kung Fu stärkt sie die Lungenkraft und erhöht die Energie. „Hier du können laut schreien. Zu Hause Nachbarn denken, du verrückt“, motiviert sie und die Gruppe erreicht mutig eine beachtliche Lautstärke. Befreiend fühlen sich die Schreie an, gefolgt von einem Gefühl der Leichtigkeit. Wie Schmetterlinge federn Finger und Arme auf und nieder. „Wie Enten schwimmen“ ist eine weitere Bewegungsfolge, um die Beweglichkeit der Schultern zu fördern und zu erhalten. Andere Bewegungen verbinden den Körper mit Himmel und Erde.

„Es macht Spaß, wie langsames Kung Fu“, findet die elfjährige Yana Miot, die mit ihrer Mutter Irina Wagner zum ersten Mal dabei ist. Die beiden sind sich einig: „Ganz toll, so den Sonntagmorgen zu beginnen. Wir kommen wieder.“ „Wir genießen diese Stunde“, sagt auch eine Gruppe von Stammgästen und zählt auf: „Die frische Luft, die Bewegung, die Ruhe im herrlichen Rosengarten.“ Am allerschönsten sei es, wenn auch die Springbrunnen liefen, das spende noch einmal zusätzliche Energie.

Der Qi Gong-Kurs mit Hui Jia im Rosengarten findet jeden Sonntag von 10 bis 11 Uhr statt, kostenfrei bei normalen Eintrittspreisen in den Rosengarten, bei Regen auf der Konzertbühne. red./dos

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