Je naturbelassener, desto besser

Tipps für eine stabile Immunabwehr und damit eine solide Gesundheit

ZWEIBRÜCKEN Je schwächer das Immunsystem, desto anfälliger ist der Mensch für Krankheiten. Gerade jetzt ist daher besonders wichtig, das eigene Immunabwehrsystem zu stärken, damit Viren keine Chance haben. Das gelingt allerdings weder mit Nudeln noch mit anderen Mehlspeisen. Frisches Obst und frisches Gemüse, frische Frühjahrskräuter wie etwa der beliebte Bärlauch, leisten der Immunabwehr gute Dienste.

„Je naturbelassener, desto besser“, rät Jannie Schulz-Burema, die für den Kneippverein, die VHS und den Naturheilverein Südwestpfalz (NHW) bereits einige Vorträge zum Thema „Immunsystem stärken“ gehalten hat. Nicht nur bei Anhängern von Ernährungspapst Anthony Williams bekannt, ist die ausgepresste Zitrone mit lauwarmem Wasser auf nüchternen Magen oder das Glas frisch gepresster Staudenselleriesaft, weil beide Schadstoffe aus dem Körper entfernen und ihn entgiften. Die Zitrone liefert gleichzeitig Vitamin C. Dieses lässt sich auch hochdosiert in reiner Form als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, neben einer vitalstoffreichen Ernährung.

Jannie Schulz-Burema selbst und ihr Mann vermeiden zur Unterstützung der Darmflora Zucker in jeglicher Form, Fleisch und Fleischprodukte sowie Gluten vor allem aus Weizenmehl und Milchprodukte. Die Expertin erklärt: „Diese verursachen ein saures Milieu im Körper und sind ein willkommener Nährboden für jegliche Krankheitskeime.“ Unverarbeitete Lebensmittel wie frische Salate, Gemüse oder Sprossen – am liebsten roh genossen – und naturbelassenes Obst bieten einen farbenprächtigen und vielfältigen Speisezettel. Kombiniert wird mit scharfen Gewürzen wie zum Beispiel Ingwer, Kurkuma und Pfeffer, Chilischoten, Knoblauch oder Zwiebeln. Diese wirken fast, wie ein Antibiotikum.

Während Alkohol, besonders im Übermaß, die Immunabwehr eher schwächt, mag ein Schlückchen hochprozentiger guter Kräuterschnaps am Morgen und am Abend durchaus hilfreich sein, um Viren abzutöten. Wichtige Dienste leisten auch die so genannten lebensnotwendigen, essentiellen Fettsäuren Omega 3 und 6 sowie B-Vitamine. Ernährungsberaterin Jessica Krüger empfiehlt Leinöl, Weizengras oder Walnüsse, aber auch gutes Fischöl oder Algen.

Wer jetzt mehr Zeit habe, etwa im Homeoffice oder in Kurzarbeit, sei gut beraten, sich mit dem Thema gesunde Ernährung und Förderung der Immunabwehr zu beschäftigen. Neben zahlreichen guten Fachbüchern gebe es auch im Internet eine Vielzahl guter Foren dazu.

Hilfreich für eine stabile Immunabwehr und damit eine solide Gesundheit sei vor allem viel Bewegung, am besten an der frischen Luft, Sonnenschein und positive Sozialkontakte. Wer weder Balkon noch Terrasse oder Garten hat, sollte die Fenster weit öffnen, dabei tiefe Atemübungen, Kniebeugen, Gymnastik, Trampolinspringen machen oder zu flotter Musik tanzen, notfalls auch allein. Das Sonnenvitamin D3 ist so wichtig für einen gesunden, leistungsfähigen Körper, dass es in unseren Breiten selbst im Hochsommer ergänzt werden sollte. Nicht zuletzt trügen Lachen und Singen dazu bei, die Immunabwehr auf spielerische Art und Weise zu stärken.

Mit das Schädlichste für das Immunsystem sei Angst. „Angst macht den Körper sauer und schwächt damit sofort“, rät Jannie Schulz-Burema, Radio oder Fernseher höchstens einmal am Tag einzuschalten und sich über die Schönheit und das Wachstum der Natur zu freuen, heitere Musik zu hören und positive Gespräche mit lieben Menschen zu führen. Meditation, Yoga, Qi Gong und alles, was die Achtsamkeit fördert, stärke ebenfalls Körper, Geist und Seele. Und Dankbarkeit. Sie sagt: „Ich kann nur Angst haben oder dankbar sein.“ Selbst in der aktuell anspruchsvollen Zeit gebe es genügend Gründe für Dankbarkeit, man müsse sie lediglich finden.

Tipps für eine gesunde Immunabwehr

1. Angst und Ärger vermeiden, da sie schwächen

2. Fleisch, Milchprodukte, Gluten, Tabakwaren, Alkohol und Kohlensäure meiden

3. Frisches Obst, Gemüse und Sprossen vielfältig in den Speiseplan einbauen

4. Hafer versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen und Spurenelementen

5. Eiweiß (pflanzlich wie Hülsenfrüchte, Algen)

6. viel trinken (mindestens 2-3 Liter täglich): frisches Wasser, Kräutertee, frisch gepresste Säfte

7. Vitamin C, Vitamin D hochdosiert einnehmen

8. B-Vitamine und essentielle Fettsäuren wie Omega zu sich nehmen

9. möglichst viel Zeit in der Sonne und an der frischen Luft, dem weit geöffneten Fenster, verbringen

10. sich täglich bewegen, selbst in der Wohnung (z. B. Hampelmann)

11. singen, tanzen, spielen, für gute Laune sorgen

12. Dankbarkeits-Tagebuch führen: täglich mindestens fünf Dinge/Menschen/Umstände notieren, für die man dankbar ist.cvw

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