Jazz & Talk im Rathaus

Jazz-Pianist Sebastian Sternal stellt sich den Fragen von Peter Kleiß

ILLINGEN Sebastian Sternal ist einer der herausragenden Jazz-Pianisten und -Komponisten seiner Generation. Am Montag, 10. Februar kommt er solo zu Jazz & Talk in´s Illinger Rathaus. Das Konzert beginnt um 19:30 Uhr, zuvor trifft man sich dort ab 19 Uhr zu Käse und Wein. Der Eintritt beträgt 9 Euro.

Sternals Begeisterung für schöne Melodien und seine Freude am Experimentieren mit diversen Klängen konnte das Illinger Publikum bereits im Dezember 2017 erleben als er im Duo mit dem Trompeter Frederik Köster im Rathaussaal zu Gast war.

Gerne experimentiert Sternal auch mit größeren Ensembles wie der „Sternal Symphonic Society“, mit denen er diverse Preise gewann, unter anderem den ECHO und den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.

Nach diesen Erfolgen konzentriert sich der dreifache ECHO-Preisträger wieder aufs kleine Format: Im Herbst 2020 wird er im Rahmen einer Deutschlandfunk-Produktion sein erstes Solo-Album einspielen.

Nicht alles ausgereift

Wenn er am 10. Februar zum Konzert in den Illinger Rathaussaal kommt, steckt er mitten in den Vorbereitungen zu den Aufnahmen. Er wird melodische Skizzen mitbringen, von denen nicht alle ausgereift und in ihrem Verlauf fertig entschieden sind.

Im Gespräch mit Peter Kleiß wird er Möglichkeiten aufzeigen, wie seine Kompositionen weiter gehen könnten. Vielleicht hat das Gespräch dann Einfluss auf einige seiner musikalischen Entscheidungen? Alles ist möglich im Jazz!

Sternal erhielt ab dem Alter von sechs Jahren Klavierunterricht und kam schon mit elf Jahren über seinen Lehrer zum Jazz. Seit 2003 studierte er Jazzpiano in Köln bei John Taylor und Hubert Nuss, ab 2007 Komposition am CNRS Paris bei Hervé Sellin und dann wieder in Köln bei Joachim Ullrich. Zunächst spielte er im Landesjugendjazzorchester von Rheinland-Pfalz und war dann langjähriges Mitglied des Bundesjazzorchesters unter der Leitung von Peter Herbolzheimer, für das er auch als Dozent tätig war.

Weltweit aktiv

Sebastian Sternal hat mit Musikern wie Dee Dee Bridgewater, John Ruocco oder John Riley zusammengearbeitet; Konzertreisen führten ihn durch Europa, in die USA und nach Namibia und Südafrika. 2009 erschien sein Debüt-Album Eins, 2010 das zweite Trio-Album Paris.

Wichtige Projekte waren neben seinem Trio mit Sebastian Klose (Bass) und Axel Pape (Drums) ein Duo mit Claudius Valk, das Quartett des luxemburgischen Saxofonisten Maxime Bender und das Trio mit der Pariser Vokalistin Anne-Marie Jean und Bassist Simon Tailleu; sein Projekt Sternal Symphonic Society vereint Musiker aus Jazz und Klassik in einer elfköpfigen Formation, zu der neben Niels Klein, Christoph Möckel, Frederik Köster, Klaus Heidenreich, Pablo Held, Robert Landfermann und Jonas Burgwinkel auch ein Streichquartett gehört.

Sternal lehrte seit 2009 Jazz-Theorie an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und wurde im April 2011 als Professor für Jazzklavier an die Hochschule für Musik Mainz berufen.red./eck

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