In schwierigem Marktumfeld

Dillinger Gruppe stellt Jahresbilanz 2018 vor – verhaltener Ausblick

DILLINGEN Die Dillinger Gruppe bewegt sich weiterhin in einem schwierigem Marktumfeld. Das wurde bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2018 deutlich. Zwar stieg der konsolidierte Umsatz von 2,122 Milliarden Euro auf 2,202Milliarden Euro. Doch die· positiven Ergebniszahlen in 2018 liegen unter den Erwartungen.

Die Nachfrage in einigen wichtigen Abnehmersegmenten – wie dem Großrohrmarkt oder die Offshore-Windkraft - war in 2018 rückläufig, konnte aber teilweise durch einen höheren Absatz an Normalblechen in den unterschiedlichsten Segmenten kompensiert werden. Insgesamt war die Auslastung der Anlagen gut, allerdings konnte bei den Produktions- und Versandmengen das hohe Vorjahresniveau nicht erreicht werden.

Der Vorsitzende des Vorstands und Finanzvorstand von Dillinger, Tim Hartmann, kommentierte das Geschäftsjahr 2018 bei der Jahrespressekonferenz: „Die Dillinger Gruppe hat hart mit den strukturellen Problemen auf dem Grobblechmarkt gepaart mit großem Mengen- und Preisdruck zu kämpfen. Das Geschäftsjahr war demzufolge von einem Rückgang der Versandmengen geprägt.“

Dennoch sei es dank der erfolgten Erlössteigerungen gelungen, den Margendruck zu kompensieren und den konsolidierten Umsatz um 3,7 Prozent zu steigern.

2018 war das Grobblechgeschäft für die europäischen Hersteller weiterhin hart umkämpft und die Kapazitätsauslastung der Eurofer-Werke ging abermals zurück (63 Prozent), ebenso wie die Grobblechproduktion insgesamt. Eine deutliche Abschwächung der Beschäftigung mussten der EU Stahlrohrsektor – hier insbesondere die Großrohrindustrie wegen mangelnder Pipelineprojekte – und die Offshore-Windbranche aufgrund von Projektverschiebungen verzeichnen.

Sehr gut stellte sich hingegen die Geschäftslage im Maschinenbau und in der Bauindustrie dar. Während sich der Export in Drittländer verringerte, verharrten die Importe in die EU auf hohem Niveau. Die eingeführten EU-Safeguard-Maßnahmen blieben für den Grobblechmarkt in Anbetracht der Höhe der Bezugsgröße (Durchschnitt der Importe 2015 bis 2017) in der aktuellen Marktlage eher wirkungslos.

Beschäftigung

Am Standort Dillingen waren zum Ende des Geschäftsjahres 4919 Mitarbeiter beschäftigt. Diese arbeiteten bei Dillinger selbst, bei der Zentralkokerei Saar GmbH sowie bei der ROGESA Roheisengesellschaft Saar mbH. In der Dillinger Gruppe sind insgesamt 7310 Mitarbeiter beschäftigt. 2018 starteten 75 junge Menschen ihre Ausbildung bei Dillinger. Damit beschäftigt das Unternehmen über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg unverändert 257 Auszubildende.

Die Prognosen für das begonnene Geschäftsjahr 2019 sind mit zahlreichen Unwägbarkeiten behaftet. Auf Basis einer geringeren weltweiten Steigerung der Wirtschaftsleistung wird sich auch die globale Stahlnachfrage in 2019 nur geringfügig positiv entwickeln und auch in der EU wird mit einer deutlichen Abschwächung der Stahlnachfrage gerechnet. Die Auswirkungen der globalen Konjunkturabkühlung und einer spürbar schwächeren Wirtschaftsaktivität in China haben sich bereits in den letzten Monaten 2018 bemerkbar gemacht und zu einem Rückgang in einigen

wichtigen Abnehmersegmenten geführt.

Verhaltener Ausblick

Die schwierigen Rahmenbedingungen für den Grobblechmarkt setzen sich 2019 fort: In naher Zukunft zeichnen sich keine wesentlichen Verbesserungen hinsichtlich der weltweiten Überkapazitäten ab. Darüber hinaus werden sich auch die vielen handelspolitischen Maßnahmen bis hin zum Protektionismus weiterhin auf das internationale Grobblechgeschäft auswirken.

Dillinger sieht sich durch die unverändert bestehenden Überkapazitäten und der weiterhin hohen Importe in die EU sowohl mengenseitig als auch bezüglich der Verkaufserlöse einem massiven Druck ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund ist das Unternehmen mit einer etwas schwächeren Auslastung in das Jahr 2019 gestartet. Die Rohstoffpreise zeigen weiterhin steigende Tendenz.

Offen ist, ob Preisanpassungen adäquat durchsetzbar sein werden. Dillinger rechnet für 2019 mit einer durchweg guten Nachfrage aus verschiedenen Endverbraucher-Segmenten, wie etwa aus dem Bereich Offshore-Wind bei anhaltend schwacher Nachfrage nach Rohrblechen.

„Die Herausforderungen auf dem Grobblechmarkt bleiben gewichtig und unsere Prognosen für 2019 bei Dillinger sind verhalten“ so Tim Hartmann zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. „Wir gehen daher von einem leicht rückläufigen Absatz und Konzernumsatz aus“.

Konsequentes Vorantreiben und Verstärken der Kostensenkungsmaßnahmen und Anstrengungen zur Effizienzsteigerung seien zwingend notwendig, um spürbare Effekte bereits in 2019 zu generieren.

Hartmann: „Unsere Kunden schätzen unser Know-how sowie unsere Qualität und unseren Service. Der begonnene gemeinsame Strategieprozess für Dillinger und Saarstahl soll dazu genutzt werden, dass wir uns nach den Bedürfnissen unserer Kunden weltweit weiterentwickeln und konsequent

neue Wachstumspotenziale erschließen. Stahl von Dillinger leistet einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung der Energiewende.“red./am

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