In letzter Sekunde gerettet

Fuchswelpe nur knapp vorm Tod durch landwirtschaftlichen Häcksler bewahrt

MASSWEILER Der Verein Tierart, der gemeinsam mit der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ die Tierauffangstation in Maßweiler betreut, hat einen Fuchswelpen aufgenommen, der in letzter Sekunde vor dem Tod durch den landwirtschaftlichen Häcksler bewahrt werden konnte.

Das Schicksal dieses Neuzuganges erschütterte die erfahrenen Tierpfleger zutiefst. Bei Forstarbeiten wurden Stämme und Äste mit einem großen Häcksler zerkleinert. Dabei geriet eine Fuchsmutter, die wohl zwischen dem vom Greifarm aufgehobenen Gehölz saß, in die Maschine und wurde getötet. Kurze Zeit später entdeckten die Arbeiter der Forstfirma ihre wimmernden Welpen, die sich ebenfalls unter dem Astwerk versteckt hatten.

Obwohl ein junger Mann aus der Gruppe anbot, die kleinen Füchse mitzunehmen und zu versorgen, ließen die anderen Männer dies nicht zu. Er konnte jedoch in letzter Sekunde einen einzigen Welpen retten und mitnehmen. Mit den Aussagen „die haben sowieso keine Chance und Füchse gibt es genug im Wald“, nahmen die Arbeiter die Welpen an sich. „Was sie dann taten ist so grauenvoll und für jeden Menschen, der auch nur das geringste bisschen Mitgefühl und Verstand hat, ist folgendes unbegreiflich: sie warfen die Füchse ebenfalls einfach in den Häcksler“, berichtet die stellvertretende Betriebsleiterin der Tier-Station und Diplom- Biologin, Eva Lindenschmidt.

Strafanzeige erstattet

„Dem nicht verletzten Jungtier geht es gut, es stand anfangs nur ein wenig unter Stress“, sagt die Diplom-Biologin. Gegen die nicht näher genannte Firma wurde Strafanzeige erstattet. Rechtliche Schritte behält sich auch die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ vor.

Der Verein Tierart macht jedoch keine Angaben, wo die Arbeiten der Firma stattgefunden haben. Auf der Facebook-Seite des Vereins Tierart fand die Mitteilung über das grausame Schicksal der Tiere große Beachtung. „Es gab über 1600 Kommentare, die teilweise sehr emotional waren, darunter auch Drohungen gegen die Firma und deren Mitarbeiter, berichtet Lindenschmidt.

Auch vier Waschbärwelpen aufgenommen

Der Verein Tierart hat auch vier Waschbärenwelpen zur weiteren Aufzucht aufgenommen, die geschwächt und ohne Mutter in Hessen gefunden wurden. Die Tierauffangstation ist wieder eingeschränkt für Besucher geöffnet. Führungen finden jeden Samstag, Sonntag und Feiertag um 11 Uhr statt. Die Teilnahme ist auf zehn Personen beschränkt.

Die Teilnahme an den Besuchen ist nur nach Voranmeldung möglich. Anmeldungen werden ausschließlich per E-Mail unter wildtierauffangstation@tierart.de. entgegengenommen. Anzugeben sind der Name, die Adresse und Telefonnummer aller Teilnehmer. Die Anmeldung ist erst nach schriftlicher Bestätigung durch den Verein Tierart gültig. Außerhalb der regulären Termine können Sonderführungen gebucht werden.

Der Eintrittspreis beträgt 10 Euro pro Person (ab fünf Jahre). Die Mindestteilnehmerzahl sind vier zahlende Personen. Die Kosten betragen 25 Euro Gruppenpauschale, zuzüglich 10 Euro Eintritt. Weitere Termine sind jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag, um 13.30 Uhr möglich. Auf dem Gelände herrscht Maskenpflicht für alle Besucher.

Der Veranstalter bittet um Verständnis für die Preiserhöhung und weist darauf hin, dass die Mitarbeiter für die Kasse, das Bistro und den Shop in dieser Zeit bezahlt werden müssen und der Verein Tierart zusätzliche Kosten für die Einhaltung der Hygienevorschriften hat.

Die Tierauffangstation liegt an der Landesstraße Thaleischweiler nach Wallhalben, nach der einen Kilometer langen Abfahrt Wallhalben links abbiegend in eine beschilderte Teerstraße, auf einer 14 Hektar großen Fläche mitten im Wald. rb

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