In Internierungslagern in Südfrankreich

Vortrag thematisiert die Deportation von Frauen zwischen 1939 und 1944

Saarbrücken. Im Rahmen der Ausstellung „Gurs 1940 – Die Deportation der Jüdinnen und Juden aus Südwestdeutschland“ der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes im Alten Rathaus in Saarbrücken lädt die FrauenGenderBibliothek Saar zum Vortrag von apl. Prof. Mechthild Gilzmer (Universität des Saarlandes) zum Thema „Aus Deutschland vertrieben – in Frankreich verfolgt. Frauen in Internierungslagern in Südfrankreich (1939-1944)“ am Donnerstag, 29. April, um 18.30 Uhr in den großen Saal 4 der VHS, Schlossplatz 15 in Saarbrücken ein.

Sollten die Coronapandemiemaßnahmen Präsenzveranstaltungen nicht zulassen, findet der Vortrag online statt. Der Eintritt ist frei. Eine vorherige Anmeldung mit Angabe von Kontaktdaten über info@

frauengenderbibliothek-saar.de ist notwendig.In den 30er Jahren suchten zahlreiche Männer und Frauen, die von den Nationalsozialisten aus unterschiedlichen Gründen verfolgt wurden, Zuflucht im traditionellen Asylland Frankreich. Zunächst toleriert und integriert, wurden diese Mi­granten und Migrantinnen als Reaktion auf die wirtschaftliche Krise und die sich abzeichnende außenpolitische Bedrohung zunehmend zur Zielscheibe fremdenfeindlicher und antisemitischer Kampagnen. Bereits Ende 1938 legte die französische Regierung der Dritten Republik die gesetzlichen Grundlagen für die Kon­trolle und Internierung von sogenannten „Unerwünschten“. Umgesetzt wurde diese dann kurz darauf im Januar 1939 mit der Einrichtung des Internierungslagers „Rieucros“ im Departement Lozère. Ehemalige Spanienkämpferinnen und -kämpfer waren die ersten Opfer dieser Maßnahmen. Im Oktober 1939 wurde dieses Lager dann zu einem reinen Frauenlager für als besonders gefährlich angesehene Ausländerinnen – darunter auch zahlreiche deutsche Kommunistinnen.

Während Rieucros als „repressives Lager“ für als besonders gefährlich angesehene Frauen fungierte, kamen alle anderen deutschen und deutschsprachigen Frauen ab Mai 1940 in das Lager Gurs in den Pyrenäen, in das im Oktober 1940 auch die saarländischen Juden deportiert wurden. Es fragt sich nun, warum der französische Staat es für notwendig erachtete, eine spezifische Gruppe von Frauen getrennt von Männern zu internieren.

In diesem Vortrag werden die Wege und Schicksale einiger der Frauen ausgehend von zeitgenössischen Quellen vorgestellt.red./tt

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