Immer aktuell und durchaus Kritisch

Autorin Angelika Godau stellt ihr neuntes Buch „Maimorde“ vor

ZWEIBRÜCKEN Sie hat viele Namen, die neue Zweibrücker Autorin Angelika Godau. Man nennt sie „Die Krimilady“, „Die Krimi-Nomadin“ oder die „Miss Marple des Regiokrimis“. Lady, weil weiblich, Nomadin, weil reiselustig und Miss Marple, weil bereits fortgeschrittenen Alters.

„Miss Marple passt aber trotzdem nicht“, lacht sie, „ich ermittele nicht, ich erfinde, das ist ganz etwas anderes.“ Erfinden tut sie allerdings reichlich, denn gerade ist ihr neuntes Buch in den Handel gekommen: „Maimorde“. Ein sehr aktuelles Thema, wie eigentlich immer in ihren Büchern. Es geht um die Frage, wie weit es einer Frau im 21. Jahrhundert möglich ist, sich frei für das Leben zu entscheiden, dass sie gern führen möchte.

Für Melanie Kreuzer wird das zu einer lebenswichtigen Entscheidung, die nicht alle Menschen in ihrem Umfeld überleben. Angelika Godau verbindet gern Krimi mit Gesellschaftskritik, ohne die moralische Keule zu schwingen. Für sie haben aber Autoren auch einen Auftrag, neben der reinen Unterhaltung darf es darum bei ihr auch deutlich kritische Töne geben. Sie hat sich daher auch mit dem Thema Rechtsextremismus (Im Wingert lauert der Tod), Kindesmissbrauch (Skatspieler sind erbarmungslos) und dem „Hotel Mama“ (Biertrinker sind verdächtig) befasst.

Trotz schwieriger Themen kommt in allen ihren Büchern, neben aller notwendigen Spannung, der Humor nicht zu kurz und sie traut sich tatsächlich, ihren männlichen Protagonisten Schwächen zuzugestehen. Er ist nicht per se besser, klüger und erfolgreicher als seine weiblichen Mitspieler. Er landet schon mal auf der Nase und muss sich von einer Frau wieder auf die Füße helfen lassen. „Soll auch im realen Leben schon mal vorkommen“, sagt Godau mit einem Augenzwinkern.

Neben den Pfalzkrimis gibt es noch ihre „Granny- Reihe“, die Geschichte um Granny Luise, die aus der Kaiserzeit durch die Zeit fällt und bei ihrer Ururenkelin Sabrina auftaucht, um einen 120 Jahre alten Mord aufzuklären. Skurril und absolut hinreißend.

Im Augenblick mordet Angelika Godau mittels Laptop in Zweibrücken und man darf sicherlich gespannt sein, was da so alles passiert: „Es werden eine ganze Menge Zweibrücker mitspielen, so viel verrate ich, mehr aber auch nicht.“ „Der Tote vom Herzogplatz“ soll im nächsten Jahr herauskommen. Im Moment sucht sie noch den Täter.

Wer Angelika Godau und ihre Bücher in einer Lesung seinem Publikum vorstellen möchte, kann unter Tel. (0157) 375433 oder E-Mailgodau693@gmail.com einen Termin dafür buchen. Spannung garantiert.

„Maimorde“, Dirk-Laker-Verlag, Bielefeld, Mai 2020, 290 Seiten, Printausgabe 13 Euro, Kindle 9,99, ISBN 978-3940627261. red./dos

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