Im Einsatz gegen Leukämie

Soldatin aus Neunkirchen will 40-jährigen Iren retten

NEUNKIRCHEN Obwohl Michelle Roj aus Neunkirchen ihn nie gesehen hat, hat sie eine ganz besondere Verbindung zu einem 40-jährigen Mann in Irland. Als Stammzellspenderin der Stefan-Morsch-Stiftung gab die 26-jährige Soldatin dem Blutkrebskranken eine Chance gegen die lebensbedrohliche Krankheit.

„Ich habe über zwei Tage insgesamt acht Stunden in einer Entnahmestation in Ratingen gesessen, Filme geschaut und irgendwann war es vorbei.“ Die ganze Zeit über hatte sie das Ticken des Apheresegerätes im Ohr, an das sie angeschlossen war. Durch einen Schlauch wurde Blut zu dem Gerät geführt, das die Stammzellen herausfiltert. Das gefilterte Blut fließt dann durch einen zweiten Schlauch wieder zurück. „Das war absolut okay und hat nicht wehgetan. Ich würde es immer wieder tun“, fasst Michelle zusammen.

Wenn Chemo und Bestrahlung nicht ausreichen, um von Blutkrebs geheilt zu werden, ist die Transplantation gesunder Stammzellen die letzte Chance auf Leben. Das geht aber nur, wenn in den weltweit vernetzten Stammzellspenderdateien wie der Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung ein genetisch passender Spender gefunden wird. Für manche Patienten bleibt die Suche erfolglos. Deshalb wirbt die gemeinnützige Stiftung dafür, dass sich noch mehr Menschen als mögliche Spender registrieren. Michelle Roj unterstützt den Aufruf: „Es ist ein kleiner Aufwand für eine große Tat. Man muss nicht viel investieren, um ein Leben zu retten.“

Im Frühling hat sich die gemeinnützige Stiftung bei ihr gemeldet und gefragt, ob sie noch zur Spende bereit wäre. Bevor es soweit war, wurde sie genau aufgeklärt und gründlich untersucht, um sicherzugehen, dass die 26-Jährige gesund ist und kein gesundheitliches Risiko eingeht. In den Tagen vor der Entnahme hat sie sich ein Medikament gespritzt, dass die Stammzellen anregt, aus dem Knochenmark in die Blutbahn überzugehen. „Die erste Spritze hat ein bisschen Überwindung gekostet. Aber es war super einfach und hat nicht groß weh getan“, erzählt sie.

Immer wieder denkt sie an ihren fremden Empfänger: „Vielleicht hat der Mann Familie, Menschen, für die er da sein möchte.“

Michelle Roj möchte mit ihrer Geschichte andere dazu motivieren, sich auch bei der Stefan-Morsch-Stiftung als möglicher Lebensretter zu typisieren.

Über die Homepage der Stiftung kann man sich online als möglicher Stammzellspender registrieren. red./eck

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