IG Metall ruft Bürger zur Abstimmung auf

Gewerkschaft bezieht klar Position für die Erweiterung des Lisdorfer Berges

Saarlouis. Die IG Metall Völklingen bezieht klar Position für die Erweiterung des Lisdorfer Berges. Über 6000 Industriearbeitsplätze sind in den letzten Jahren im Saarland verloren gegangen. Einige tausend weitere Arbeitsplätze sind akut bedroht. Viele Arbeitnehmer sowie deren Familien haben Sorge, ihre Arbeit und damit ihre Lebensgrundlage zu verlieren. Diese Zukunftsängste sind laut IG Metall real. Daher sei eine weitere Entwicklung von Ansiedlungsflächen eine Überlebensfrage der Menschen, des Landkreises und auch des gesamten ­Saarlandes.

Um hier eine positive Perspektive zu entwickeln, bedürfe es der Ansiedelung von neuen Betrieben mit guter Arbeit. Hierzu müssten Flächen vorbereitet, Infrastruktur hergestellt und diese im Wettbewerb mit den Regionen beworben werden.

Es gilt auch: „Das Eine zu tun und das Andere nicht zu unterlassen“, betont Lars Desgranges, 1. Bevollmächtigter. Der dritte Bauabschnitt am Lisdorfer Berg sei genauso notwendig wie die Revitalisierung des ehemaligen Kraftwerkes in Ensdorf. Was aber der Eigentümer des Kraftwerksgeländes geplant habe, liege nicht im Entscheidungsbereich der öffentlichen Hand.

Auch das Argument des Abstandes zur Wohnbebauung sei sehr fadenscheinig. In Saarlouis würden 1000 Meter Abstand gefordert und nach Ensdorf verwiesen. Vom dortigen Kraftwerk zur Ensdorfer Wohnlage (auch Stöckerweg und Nußgartenstraße) seien es nur 200 – 300 Meter. Entlang der Saar habe sich seit Jahrhunderten die Arbeitswelt des Saarlandes angesiedelt. In andere Regionen zu zeigen und damit mitten im Wald oder in unberührter Natur Industrie zu platzieren, sei der bedeutend größere Umweltschaden.

Gleichzeitig weist die IG Metall auch auf den Brexit-Effekt hin. In Großbritannien haben an der Brexit-Abstimmung deutlich mehrheitlich die Austrittsbetreiber abgestimmt und die Pro-Europäer waren der Abstimmung ferngeblieben. Die Abstimmung im Nachgang zu kritisieren sei der falsche Weg. Diese Brexit-Erfahrung geltet es in Saarlouis zu vermeiden.

Daher ruft die IG Metall alle Saarlouiser Bürger auf, sich an der Abstimmung bis zum 18. April (per Briefwahl) zu beteiligen, um ein klares Meinungsbild zu erhalten.red./dos

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