Ideale Bedingungen für Tests

Zweibrücker Flugplatzgelände wird zum Forschungsgebiet der Autohersteller

ZWEIBRÜCKEN Moderne Formen der Mobilität, wie beispielsweise das autonome Fahren, bringen neue Technologien hervor. Um diese Innovationen unter realen Bedingungen testen zu können, benötigen insbesondere die mittelständischen Unternehmen geeignete Flächen. Eine solche hat Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) kürzlich vorgestellt.

„Das hohe Innovationstempo im Automobilsektor geht mit einer immer schnelleren Erprobung der Produkte einher“, erklärte der Minister. Dafür werde viel Platz benötigt. Hier habe Rheinland-Pfalz unter anderem mit seinem ehemaligen Militärflughafen Zweibrücken echte Standortvorteile. „Diese Teststrecken sind auch ein hervorragendes Angebot an die Zulieferbetriebe der Fahrzeugindustrie“, betonte Wissing. Neben dem Triwo-Testcenter Zweibrücken gibt es weitere bei Mendig, Trier oder Bad Sobernheim. Die Teststrecken kann jedes Unternehmen oder jedes Forschungsinstitut nutzen, um neue Antriebs-, Steuerungs- und Sicherheitskonzepte oder das autonome Fahren zu testen.

Wissing hatte bereits im Mai die Initiative „We move it“ für die Fahrzeugindustrie in Rheinland-Pfalz gestartet. Hierbei geht es darum, die Fahrzeugindustrie in Rheinland-Pfalz vor dem Hintergrund neuer Mobilitätsformen zukunftsfähig aufzustellen. Dazu gehört auch, sichtbar zu machen, welche Angebote Rheinland-Pfalz beim herstellerunabhängigen Testen zu bieten hat.

„We move it“ hat die Aufgabe, ein Netzwerk von Institutionen aufzubauen, das die Fahrzeugindustrie unterstützt. „Mit Institutionen meinen wir Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Kammern, Verbände“, so Geschäftsführer Martin Thul. Hier habe Rheinland-Pfalz viel zu bieten.

Ein weiterer Schwerpunkt sei, die Test- und Prüfinfrastruktur in Rheinland-Pfalz bekannt zu machen. „Auch hier haben wir den Markt analysiert und stellen interessierten Unternehmen die bislang erarbeiteten Informationen kostenlos zu Verfügung“, berichtete Thul.

Professor Günther Schuh, Leiter des Lehrstuhls für Produktionssystematik an der RWTH Aachen informierte über die Möglichkeiten der Elektromobilität. Diese könne nicht in Preis, Größe, Leistung und Reichweite im Vergleich zu Verbrennungsmotoren mithalten, sei aber im Stadtverkehr durchaus eine gute Alternative. Schuh gilt bei diesem Thema als einer der kompetentesten Experten. Auf der unternehmerischen Seite war er Initiator und bis 2014 Geschäftsführer der Streetscooter GmbH und hat darüber den Markt der Elektromobilität heftig durcheinander gewirbelt. Heute engagiert er sich als Gründer und CEO bei der e.GO Mobile AG und geht auch hier neue Wege in der Elektromobilität.

Triwo-Geschäftsführer Peter Adrian betonte in seiner Ansprache, dass in Zweibrücken auch weiterhin Flugbetrieb herrsche. Das sei insbesondere für die Expressfracht für die Automobilindustrie sehr wichtig, Dazu komme jetzt die Teststrecke, was zu idealen Bedingungen für die Hersteller führe. nob

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